Quatuor Ebène

"Elektrisierendes Spiel, geprägt von Leidenschaft, absoluter Werktreue und gleichzeitiger Lust an der Improvisation", so begründet die Musikmesse die Preisvergabe an das französische Streichquartett Quatuor Ébène - der Frankfurter Musikpreis wird in der Paulskirche verliehen.

Ébène – das ist das französische Wort für das schwarze Ebenholz, das in Streichinstrumenten verbaut wird. Ein edles und kostbares Material, es hält die hohe Spannung der Saiten und damit die Stimmung. Als die vier Ebènes vor zwanzig Jahren am Konservatorium von Boulogne bei Paris zum Streichquartett zusammen kamen, da sollten sie schon bald eine Ahnung davon bekommen, welche Spannungskräfte in ihrem Quartett wirken würden.

Abenteuerlust und Neugier

Beides hat die Musiker von Anfang an geprägt und das Quatuor Ébène zu einem internationalen Spitzenensemble gemacht. Schon als junges Quartett machen die vier Franzosen auf sich aufmerksam. Sie studieren bei Koryphäen wie dem Ysaye-Quartett oder auch György Kurtág und  gewinnen fünf Jahre darauf den 1. Preis beim Musikwettbewerb der ARD.

Sich zurücklehnen und auf der Erfolgswelle schwimmen? – Nein, dafür sind die Vier nicht gemacht, sie wollen mehr: Grenzen überwinden, experimentieren und zeigen, wie ein Streichquartett klingen kann. Und was zuerst als Entspannung und Ablenkung im Probenraum begann, das wird schon bald zu ihrem Markenzeichen. Ob Mozart, Beatles oder Soundtracks wie Pulp Fiction – immer ist ihr Spiel leidenschaftlich und elektrisierend.

Sie können alles - und alle hören zu

Unmöglich, ihren Stil zu beschreiben: Wer ein Ébène-Konzert besucht, der muss auf Überraschungen gefasst sein. Die Vier bringen facettenreich die Königsklasse "Streichquartett" zum Beben und treffen damit ins Schwarze. Das Quatuor Ébène wird zum Live-Erlebnis und lockt Musikhungrige von Jung bis Alt an. Und die Musikwelt? Sie dankt es den Vieren mit unzähligen Auszeichnungen: "Ein Streichquartett, das sich ganz einfach in eine Jazzband verwandelt," schreibt etwa die New York Times.

Frische Luft gab's für die "Boygroup des Streichquartetts" auch 2018 mit einem Wechsel an der Bratsche: Die ist mit Marie Chilemme nämlich jetzt weiblich besetzt an der Seite der drei übrigen Streicher. Und ebenfalls viel Neues wagen die Ébènes in diesem Jahr, dann mit "Beethoven Live Around the World“:  Sämtliche Beethoven-Quartette auf allen fünf Kontinenten, filmisch festgehalten als Dokumentation zum Beethoven-Jahr 2020.

Sendung: hr2-kultur Kulturfrühstück, 5.4.2019, 9:20 Uhr

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