Da er die westlichen Avantgarden für eine Sackgasse hielt, besann sich der griechische Komponist Dimitri Terzakis (*1938) auf die orthodoxen Kirchengesänge des mittelalterlichen Byzanz.

Als der griechische Komponist Dimitri Terzakis 1965 im Alter von 27 Jahren nach Köln kam, um bei Bernd Alois Zimmermann zu studieren, erlebte er das dortige Treiben als doktrinär. Komponisten wie Zimmermann, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und andere strebten zwar jeder in eine andere Richtung. Doch über alle Differenzen hinweg war man sich einig im Bruch mit überkommenen Traditionen zum Zweck möglichst radikaler Neuanfänge. Völlig konträr dazu grenzte sich Dimitri Terzakis von westeuropäischer Harmonik, Polyphonie und Moderne ab, um stattdessen unter Rückbesinnung auf Gesänge des bzyantinischen Mittelalters und der griechisch-orthodoxen Kirche rein horizontal sich entfaltende melodische Linien zu komponieren. Sein rund 170 Werke aller Gattungen umfassendes Schaffen ist bestimmt von der Dialektik der hierzulande fast unbekannten und folglich neuartig wirkenden Skalen des östlichen Mittelmeerraums, die sich bei aller individuellen Ausformung in Wirklichkeit uralten Quellen verdanken.

Sendung: hr2-kultur, 06.12.2018, Neue Musik, 21:30 Uhr

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