Der Castorf-Ring in seinem letzten Jahr, die neuen Meistersinger von Barrie Kosky und der "Diskurs Bayreuth". Ein Rückblick von Natascha Pflaumbaum und Martin Grunenberg

Wenn in den letzten Jahren auch so manche dunkle Wolke im Vorfeld der Bayreuther Festspiele über den Grünen Hügel zog, so war doch auf den Sonnenschein zur Premiere immer Verlass. In diesem Jahr ist es andersherum: Kein Skandälchen trübt die Vorbereitungen der Wagner-Festspiele, aber zur Premiere frösteln die prominenten Gäste im Dauerregen. Rätselhaft und doch irgendwie gelungen ist die Interpretation von Regisseur Barrie Kosky der "Meistersinger von Nürnberg" als wirklich komischer Oper.

Dass die Schatten der nationalsozialistischen Vergangenheit aber immer noch auf den Festspielen liegen, das war nicht nur in der Neuinszenierung, sondern auch im "Diskurs Bayreuth" Thema. Kunst, Politik und/oder einfach Opern-Genuss – eine Erkundung zur "Faszination Bayreuth" bei Sängerinnen und Sängern (mehrere aktuelle und ehemalige Mitglieder der Oper Frankfurt sind im Festspielhaus zu hören) sowie bei der Festspielleitung.

Katharina Wagner: "Mit dem Namen kann man nicht viel gewinnen – wie Sie es machen, machen Sie es falsch."

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Katharina Wagner

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Die Urenkelin von Richard Wagner leitet nicht nur die Bayreuther Festspiele, sondern führt immer wieder auch Regie und erkundet und interpretiert so die Werke ihres Urgroßvaters.

Johannes Martin Kränzle: "Als ich angefangen habe Musik zu studieren, habe ich Wagner überhaupt nicht gemocht."

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Johannes Martin Kränzle

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Kränzles Darstellung des Beckmessers zwischen Komik und Tragik in Barrie Koskys Inszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" war einer der Höhepunkte der Festspiele 2017.

Daniel Behle: "Sich mit alten Schallplattenaufnahmen zu messen ist immer schwierig. Leute die länger Tod sind, singen generell besser als die, die noch am Leben sind."

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Daniel Behle

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Behle gehört zu den vielseitigsten Tenören in Deutschland, der neben Oper, Lied und Konzert auch noch komponiert und arrangiert. Während er als David bei den Bayreuther Festspielen debütierte, bereitet er ein Weihnachtsalbum vor.

Tanja Ariane Baumgartner: "Wir sind erst einmal gute Handwerker, ehe wir uns Künstler nennen."

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Tanja Ariane Baumgartner

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Seit 2009 gehört die Mezzosopranistin zum Ensemble der Oper Frankfurt, wo sie als Carmen, Charlotte oder Cornelia in Händels "Giulio Cesare in Egitto" zu erleben war. Bevor sie nach Bayreuth kam, war sie als Fricka auch schon in Chicago und Frankfurt gefragt.

Daniel Schmutzhardt: "Ich bin glücklicherweise in der Lage, dass ich fast immer singen kann – das bringt auch meine Frau immer zur Verzweiflung."

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Daniel Schmutzhardt

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Der österreichische Bariton ist ein weiteres Ensemblemitglied der Oper Frankfurt bei den Festspielen auf dem Grünen Hügel. Als Bäcker "Fritz Kothner" ist er der Zeremonienmeister unter den "Meistersingern von Nürnberg".

Patric Seibert: "Ich habe das große Glück in unmittelbarer Nähe diesen ersten Walküren-Akt in einer sensationellen Besetzung zu erleben – da bekomme ich auch Gänsehaut."

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Die Walküre, Probenfoto von 2014

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Szenenbild aus "Die Walküre", in der Patric Seibert als Statist mitwirkte

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Als Dramaturg und Assistent von Regisseur Frank Castorf ist Patric Seibert für die Ring-Inszenierung nach Bayreuth gekommen. Doch dann wurde er plötzlich Teil der Inszenierung und ist schließlich derjenige, der in den vier Teilen am längsten auf der Bühne ist.

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