"Der ferne Klang" an der Oper Frankfurt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Drei Mal Rossini, ein "Tristan" - und viel zu wenig Geld für Musiker

Stattliche zwölf Neuproduktionen planen die Städtischen Bühnen Frankfurt für ihr Opernhaus in der kommenden Saison, dazu viele Wiederaufnahmen und Frankfurter Erstaufführungen. Mammutaufgaben für eines der wichtigsten und besten Opernhäuser der Welt. Aber es fehlt laut Intendant Bend Loebe an Geld, die Orchestermusiker verdienten viel zu wenig.

Intendant Bernd Loebe freut sich auf jede einzelne Produktion, das nimmt man ihm rundweg ab, er ist kein überschwänglicher Typ, seine Begeisterung ist ehrlich. Er teilt seine Freude über Ausgrabungen, Frankfurter Erstaufführungen, darüber, bestimmte Sänger bekommen zu haben, Regisseure oder Dirigenten, die wieder kommen. Das alles wirft ein sehr gutes Licht auf den Zustand der Oper.

Im Graben herrscht Geldnot

Bernd Loebe hat allerdings mit einem Thema begonnen, das wenig Anlass zur Freude bietet. Es geht ums Geld, um die Ausstattung der Oper, vor allem die des Orchesters. Er schilderte eindringlich die Misere: Die Planstellen sind von 130 auf 115 seit den 90er Jahren zurückgesschraubt worden - bei heute doppelt so viel Vorstellungen wie seinerzeit.

Die letzten beiden Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst sind ausschließlich mit Mitteln der Oper selbst gestemmt worden, gingen also zu Lasten des Gesamtetats - hier fordert Loebe die Stadt auf, etwas draufzulegen. Denn die Vergütung der Mitglieder des Frankfurter Opernorchesters befänden sich auf Platz 27 in Deutschland und das entspreche in keiner Weise der künstlerischen Bedeutung des Hauses, von den hohen Lebenshaltungskosten in Rhein-Main zu schweigen. "Es kann doch nicht sein", so Loebe, "dass manche Musiker Wohngeld beantragen müssen!"

Unbekanntes für ein aufgeschlossenes Publikum

Zu den erfreulichen Dingen zählt die kommende Spielzeit, die sich an den 83 Prozent Auslastung der Sitzplätze der aktuellen Saison orientieren wird: Eine sehr vorzeigbare Spielzeit, mit vielen Entdeckungen - die Oper Frankfurt kann sich des Vertrauensvorschusses des Publikums sicher sein.

Es gibt wieder zwölf neue Produktionen, davon allein dreimal Gioacchino Rossini in Frankfurter Erstaufführungen, also eher unbekannte Stücke, im September Rossinis Otello (was ein Tenor-Festival verspricht!), inszeniert von Damiano Michieletto, der gerade Schrekers "Fernen Klang" auf die Bühne gebracht hat. Auch Anselm Weber, Intendant des benachbarten Schauspiels, wird wieder Regie machen, die "Lady Macbeth" von Mzensk auf die Bühne bringen.

Bewährtes von Top-Regisseuren und -Dirigenten

Aktuelle Größen wie Alex Ollé, Katharina Thoma, Barrie Kosky, Tilman Köhler werden kommen, auch der Nachwuchs inszeniert, nämlich ehemalige Regieassistenten. Die Oper Frankfurt setzt natürlich auch auf Bewährtes: Wagners "Tristan und Isolde", dirigiert von Sebastian Weigle, Richard Strauss' "Salomé", mit Joana Mallwitz am Pult.

Die Moderne oder Neue Musik fehlt auch nicht: Eine Auftragskomposition ging an die Italienerin Lucia Ronchetti, sie widmet sich Dantes "Inferno" - und zum Saisonabschluss im Sommer 2020 steht Hans Werner Henzes "Prinz von Homburg" auf dem Spielplan. Besondere Freude verspricht ein Liederabend mit der südafrikanischen Sopranistin Pretty Yende am 29. Oktober. Ihre Stimme war im vergangenen Jahr bei den Wiesbadener Maifestspielen zu hören - eine Offenbarung!

Sendungen: hr2-kultur, Klassikzeit, 9.5.2019, 14.30 Uhr

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