Alp Arslan - Stadttheater Gießen

Eine Premiere im doppelten Sinne, kann man am Samstagabend am Stadttheater Gießen erleben. Denn erstmals in der Geschichte des Theaters hat man eine Oper in Auftrag gegeben: "Alp Arslan". Komponiert hat diese Oper Richard van Schoor aus Südafrika. Die Geschichte spielt in Aleppo im Jahr 1113. Schon damals also ist die Stadt gebeutelt von Kämpfen. Damals zwischen Christen, Türken, Kurden und Arabern.

Richard van Schoor: "Der heutige Konflikt kommt schon auch darin vor, aber im Grunde ist es ein historischer Stoff. Der Librettist des Stücks, Willem Bruls, war 2002 mit dem niederländischen Rundfunk in Aleppo und hat für eine Sendung dort Aufnahmen gemacht, auch von Musik. Also wirklich ziemlich al fresco, auf den Straßen oder in Kirchen zum Beispiel. Und viele von diesen historischen Orten, wo die Musik aufgenommen wurde, gibt es heute nicht mehr, sie wurden im Krieg zerstört. Also das ist eine Art von Zeitdokument."

Der 16-jährige Sultan Alp Arslan kommt in Aleppo an die Macht. Als einziger Verbündeter bietet sich ihm Lou-Lou an, der verhasste Eunuch und zugleich mächtige Berater seines Vaters. Ein emotionales Verwirrspiel erschüttert in der Folge das politische und persönliche Leben des Jugendlichen. Eine zeitgenössische Oper, die einen historischen Stoff verhandelt. Aber die Emotionen, Sorgen und Ängste stehen denen von heute in nichts nach.

Richard van Schoor: "Genau. Es gibt ja nur eine begrenzte Anzahl an Geschichten, die man erzählen kann. Und dann wiederholen sie sich. Das sind Dinge, die wir heute auch kennen, das ist zeitlos. (...) Und das Libretto von Willem Bruls ist wirklich einmalig und ist sehr, sehr ergreifend. Und es ist auch sehr spartanisch gehalten: mit wenigen Worten, die sind aber sehr aussagestark und lassen auch viel Raum für die Musik."

Die Musik von Richard van Schoor verbindet das Spiel syrischer Musiker auf traditionellen Instrumenten mit dem Klang des Orchesters und des Chores des Stadttheaters und findet dabei eine eigene Klangsprache.

Uraufführung am 4.5.2019, um 19:30 Uhr
Stadttheater Gießen

Südanlage 1
35390 Gießen
Weitere Vorstellungen: 10., 23. Mai; 07., 21., 30. Juni 2019

Sendung: hr2-kultur Klassikzeit, 30.4.2019, 11:30 Uhr

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