Aziz Shokhakimov

Suleiman Yudakov war ein sowjetischer Komponist. Er wurde 1916 in Usbekistan geboren und ist 1990 dort gestorben. Er gehörte zur kleinen Gruppe der bucharischen Juden, die sich seit dem Spätmittelalter in Zentralasien niedergelassen hatten. Sein "Choresmischer Festumzug"“ wurzelt in seiner Heimatregion. In Choresmien gehörten Prozessionen zu den festen Bestandteilen verschiedener volkstümlicher Bräuche, auch von Hochzeiten. Der "Choresmische Festumzug" dürfte von dieser Tradition inspiriert worden sein. Yudakov lässt die Zuhörer in die turbulente Szenerie eines orientalischen Volksfestes eintauchen.

Dmitrij Schostakowitsch feierte in seinen jungen Jahren als Pianist ebenso Erfolge wie als Komponist. Sein erstes Klavierkonzert verfasste er für den eigenen Gebrauch und trug es auch mehrfach öffentlich vor. Zu dem Werk, das zwischen März und Juli 1933 entstand, bemerkte er: "Es war mein erster Versuch, eine bedeutsame Lücke in der sowjetischen Instrumentalmusik zu schließen, der es an abendfüllenden konzertanten Werken mangelt." Tatsächlich handelt es sich um das erste Klavierkonzert von Rang, das in der Sowjetunion entstand. Bei diesem Stück fällt vor allem die ebenso sparsame wie ungewöhnliche Besetzung ins Auge bzw. Ohr: Das Klavier wird lediglich von einem Streichorchester begleitet; zum Solisten gesellt sich eine einzige Trompete in B (Jürgen Ellensohn), die sowohl als Partner als auch als Störfaktor fungiert. Mit dem ihm eigenen Talent zur Parodie schuf Schostakowitsch hier eine grandiose Persiflage auf das große romantische Virtuosenkonzert.

Im Sommer des Jahres 1944 hielt sich Prokofjew im Haus des sowjetischen Komponistenverbandes in Iwanowo bei Moskau auf. Dort hatte sich während des Krieges eine Reihe namhafter Komponisten wie Aram Chatschaturjan, Nikolai Mjaskowsky und Dmitrij Schostakowitsch getroffen, um in Ruhe ihrer schöpferischen Tätigkeit nachzugehen. In Iwanowo entstand auch Prokofjews Fünfte. Nach mehr als 15 Jahren wandte sich Prokofjew mit ihr wieder der sinfonischen Gattung zu. Stilistisch hebt sich die Fünfte von den vorausgegangen Sinfonien deutlich ab, wobei allerdings strittig ist, inwieweit das damals durch die doktrinäre sowjetische Kulturpolitik verursacht worden ist. Zur Entstehung gibt es eine Aussage von Prokofjew selbst: "Mit der fünften Sinfonie wollte ich ein Lied auf den freien und glücklichen Menschen anstimmen, seine schöpferischen Kräfte, seinen Adel, seine innere Reinheit. Ich kann nicht sagen, dass ich dieses Thema ausgesucht hätte – es entstand in mir und verlangte nach Ausdruck. Ich schrieb die Musik, die herangereift war und schließlich mein Innerstes ausfüllte."

Natascha Pflaumbaum hat mit Aziz Shohkakimov, Jürgen Ellensohn und Behzod Abduraimov gesprochen.

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