Die hr-Bigband

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Am 25. August 1918 kam in Lawrence, Massachusetts Louis Bernstein zur Welt. Louis Bernstein änderte im Alter von 16 Jahren seinen Vornamen in Leonard. In diesem Sommer also würde Leonard Bernstein 100 Jahre alt werden. Aus Anlass von "Lennys" Hundertstem findet am 13. April bereits ein außergewöhnliches hr-Sinfoniekonzert in der Alten Oper Frankfurt statt – mit dem hr-Sinfonieorchester und der hr-Bigband unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada. Im ersten Konzertteil stehen Werke von Bernstein auf dem Programm, im zweiten die "Swing Symphony" von Wynton Marsalis.

Der Abend beginnt mit der Ouvertüre zu Bernsteins "Candide". Die Handlung der Candide beruht auf einem satirischen Roman des französischen Philosophen Voltaire. In dem Stück wird der pechverfolgte junge Candide aus seinem Geburtsland Westfalen vertrieben, er wird von der bulgarischen Armee angeworben und der spanischen Inquisition vorgeführt. Er irrt im südamerikanischen Urwald umher und wird von der geliebten Kunigunde getrennt. Candide hat allerdings während all der Katastrophen ständig einen Satz seines Lehrers Doktor Pangloss vor Augen, dass nämlich "alles vollkommen ist in dieser vollkommensten aller möglichen Welten".

Bekannt aus "Candide" ist vor allem die Ouvertüre, sie ist kurz, spritzig – ein musikalischer Spaß. Nichts scheint zu funktionieren, alles gerät ins Stolpern. Das Stück ist schnell, alles scheint sich wie in einem Walzer im Kreis zu drehen.

Das Divertimento für Orchester schrieb Leonard Bernstein im Auftrag des Boston Symphony Orchestra. Anlass war der 100. Geburtstag des Orchesters, und dass das für Bernstein ein guter Grund zum Feiern war, ist der Musik deutlich anzumerken.

Und in "Prelude, Fugue and Riffs" setzte sich Bernstein mit den vertrackten Rhythmen der lateinamerikanischen Musik auseinander. Im Auftrag des berühmten Jazz-Klarinettisten Woody Herman entstand so Musik, die sich zwischen polyrhythmischem Strukturen wie bei Strawinsky und Bigband-Sound bewegt.

Die "Swing Symphony" von Wynton Marsalis ist eine Geschichte des Jazz für Orchester und Bigband. Marsalis schrieb 2010 seine "Swing Symphony" als lustvolle Fusion beider Welten: Ein Sinfonieorchester und ein Jazzorchester erzählen gemeinsam in farbsatten Klangbildern die Geschichte des Jazz. Für die hr-Bigband ist das eine willkommene Gelegenheit für ein Gastspiel im Saisonprogramm des hr-Sinfonieorchesters.

"Ich komponiere, um die Leute froh zu machen und damit sie das Leben genießen." Diese Botschaft des New Yorker Trompeters und Jazz­Idols Wynton Marsalis ist so einfach wie menschenfreundlich. Der 1961 in New Orleans geborene Wynton Marsalis gilt als der unermüdlichste Jazzvermittler der Gegenwart. Das "Time Magazine" zählte ihn zu den 25 einflussreichsten Amerikanern. Seine "Swing Symphony" in sechs Sätzen für großes Orchester und Jazz-Orchester komponierte Marsalis für das Tanz­Education­Programm der Berliner Philharmoniker. Sie erzählt die Geschichte von Ragtime und Dixieland, von Bebop und Swing, von New-Orleans-March und Glenn-Miller-Sound. Jazz ist für Marsalis immer auch Musik für die Beine: "Jazz ist Tanzmusik – und wenn du dazu nicht tanzen kannst, dann ist es kein Jazz", hat er einmal gesagt. Bernstein hätte dazu sicher genickt.

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