Wir beschäftigen uns mit zwei Kammerkonzerten und mit den hr-Sinfoniekonzerten am 18. und 19. Januar.

Kammerkonzert des Cilia Trios bei den Lauterbacher Hohhaus-Konzerten

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Violine, Cello und Klavier

Das Konzert des Cilia Trio findet statt am 13. Januar um 19:00 Uhr im Hohhaus Palais Lauterbach

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Lauterbach - Hohhaus
Lauterbach - Hohhaus Bild © Lauterbach - Hohhaus

Klaviertrios von Beethoven und Mendelssohn sowie eines der bedeutendsten Streichduos von Ravel bilden das Programm des Cilia Trio beim Kammerkonzert des hr-Sinfonieorchesters im Rahmen der Lauterbacher Hohhaus-Konzerte. Der an Mozart‘sche Leichtigkeit anknüpfende Meisterwurf des jungen Beethoven begegnet dabei dem italienisch inspirierten frühen Meister-Trio von Mendelssohn, dem "Mozart des 19. Jahrhunderts", wie ihn einst Robert Schumann titulierte.

Im Klaviertrio Beethovens kündigt sich schon dessen Drang nach Expansion in allen musikalischen Parametern an, etwa durch die Erweiterung der Form von der Drei- zur Viersätzigkeit: Beethoven fügte seinem Trio an dritter Stelle einen Tanzsatz hinzu, was bis dahin innerhalb der Kammermusik nur dem Streichquartett vorbehalten war. Dieser Satz ist in zukunftsweisender Manier ein dynamisches Scherzo anstelle des altehrwürdigen Menuetts. Und auch das heitere Finale wird aufgewertet, es steht hier in der gewichtigen Sonatensatzform anstelle des üblichen Rondos.

Maurice Ravels Sonate für Violine und Violoncello ist zwar dem Andenken Claude Debussys gewidmet, illustriert aber zugleich den stilistischen Wandel, den der Komponist nach dem Ersten Weltkrieg mit seinen jüngeren Zeitgenossen vollzog. Den ersten Satz schrieb Ravel für eine Sonderausgabe der Revue musicale, die im Dezember 1920 zum Gedenken an Debussy mit kurzen musikalischen Beiträgen so namhafter Künstler wie Bartók, Satie oder Strawinsky erschien. Ravel scheint hier insbesondere durch Bartóks jüngste Errungenschaften auf dem Gebiet der Streicher-Technik und der Harmonik beeinflusst worden zu sein. Außerdem taucht das Material der strukturell untereinander verwandten Themen des ersten Satzes auch in den folgenden Sätzen auf, so dass die zyklische Einheit des Werkes in geradezu klassischer Form hergestellt ist.

Felix Mendelssohn komponiert im Sommer 1839 in Frankfurt sein erstes Klaviertrio. Anschließend zu Hause in Leipzig hat er es noch einmal überarbeitet. Nicht nur der sonst so selbstkritische Komponist zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden – auch Mendelssohns Freund und Weggefährte Robert Schumann bezeichnete das Werk in einer Rezension als "das Meistertrio der Gegenwart, wie es ihrer Zeit die von Beethoven … und das von Franz Schubert in Es waren; eine gar schöne Komposition, die nach Jahren noch Enkel und Urenkel erfreuen wird". Der Kopfsatz des d-Moll-Trios gilt in der Tat als eine idealtypische Verbindung aus klassischem Ebenmaß der Form und inhaltlicher Dichte, das anschließende Andante con moto tranquillo ist ein "Lied ohne Worte", während das Scherzo den für Mendelssohn charakteristischen Typus des elfenhaft Schwebenden und Wirbelnden verkörpert. Das Finale bildet den gewichtigen Gegenpart zum ersten Satz, weist allerdings einen wesentlich komplizierteren Bau auf.

Kammerflimmern im Orange Peel

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Klarinette & Streicher

Das Kammerflimmern im Orange Peel findet statt am 17. Dezember um 20:30 Uhr im Orange Peel.

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„Kammerflimmern" im Frankfurter Club Orange Peel
„Kammerflimmern" im Frankfurter Club Orange Peel Bild © © HR/Tibor-Florestan Pluto

Kammermusik in einem ganz anderen Rahmen können Sie am 17. Januar erleben, beim Kammerflimmern im Frankfurter Klub Orange Peel. Musik für Klarinette und Streicher. Ein frühes Beethoven-Streichquartett in frischen Haydn-Farben, das Streichquartett B-Dur op. 18 Nr. 6; ein klangtrunkenes Quintett des Briten York Bowen für die rare Besetzung Bassklarinette und Streichquartett, das Phantasy Quintet op. 93; und schließlich ein Klarinettenquintett von außergewöhnlichem melodischen Zauber, das Klarinettenquintett A-Dur KV 581 von Wolfgang Amadeus Mozart, das in jedem Takt den unerhörten Reiz von Mozarts Genie und Grazie spiegelt. Der Klarinettist Ulrich Büsing, der Geiger Maximilian Junghanns und die Geigerin Nadine Blumenstein, die Bratschistin Ingrid Albert sowie die Cellistin Maja Schwamm spielen dieses wunderbare Programm.

Die hr-Sinfoniekonzerte mit Antoine Tamestit und Andrés Orozco-Estrada

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Das Konzert im Radio

hr2-kultur überträgt das Konzert am 19. Januar live ab 20:04 Uhr.

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Bei den hr-Sinfoniekonzerten mit Andrés Orozco-Estrada am 18. und 19. Januar werden "The unanswered question" von Charles Ives, das "Viola Concerto" von Jörg Widmann und die vierte Sinfonie ovn Gustav Mahler gespielt.

Das "Viola Concerto" von Jörg Widmann ist ein ausgeklügeltes Spiel mit der Gattung Solokonzert. Und es ist ein ungewöhnliches Konzertereignis, das manche Skurrilitätenkabinett bietet. Zu Beginn gibt nicht etwa der Dirigent den Einsatz, sondern der Solist klopft, im Orchester sitzend, auf der Bratsche herum. Seinen Bogen muss er später irgendwo im Orchester finden. Immer wieder nimmt der Solist die Rolle eines Schauspielers ein, der in einer Mischung aus Stolz und Selbstironie detaillierte Regieanweisungen ausführt. Aber nicht nur er. An einer Stelle in der Partitur heißt es etwa: "Der Dirigent reagiert leicht irritiert". Erst am Schluss steht der Solist an der Stelle, wo man die Bratsche in einem Solo-Konzert erwarten würde – neben dem Dirigenten.
Jörg Widmann sagt zu seinem rund 20-minütigen Werk: Für mich ist die Bratsche in erster Linie immer ein außerordentliches Gesangs-Instrument gewesen. Kammermusik mit Bratsche zu musizieren, gehört für mich als Musiker zum Allerschönsten. Allein auf der C-Saite der Bratsche lassen sich Geschichten erzählen, die auf keinem anderen Streichinstrument denkbar wären. In meinem "Viola Concerto" ist die Szenerie über weite Strecken in ein utopisches Land verlegt: am Anfang in eine fremd-tastende Sphäre, ausschließlich von Bratschen-Pizzicati in allen möglichen und unmöglichen Varianten bevölkert; dann als sehnsüchtiger Gesang aus einem imaginären orientalischen Märchenland; schließlich ein Sturz in artistisch-absurde Virtuositäts-Kaskaden, die das Herzstück des Werkes, eine Aria für Bratsche und extrem gedämpfte Streicher, einleiten; ein schmerzlich-inniger Abgesang auf eine versunkene Welt, die erst auf den letzten Metern in eine grelle Realität gezerrt wird."

Charles Ives wurde 1874 geboren. Der Sohn eines US-Armee-Kapellmeisters erhielt schon sehr früh ersten Musikunterricht bei seinem Vater. Später studierte er an der Yale-Universität Musik. Auf Anraten des Vaters hatte sich Charles Ives jedoch dazu entschlossen, einen konventionellen Beruf zu ergreifen. Daher begann er seine Laufbahn bei einer Lebensversicherung, wobei er nebenher bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr als Organist tätig war. Musik komponierte Ives in seiner Freizeit. Doch die meisten seiner Werke blieben viele Jahre lang unaufgeführt. Das lag vielleicht an seiner Konsequenz, Dissonanzen einzusetzen und an seiner Experimentierfreude. Eines der ersten und auffallendsten Beispiele für diese Experimentierfreude ist "The Unanswered Question" aus dem Jahr 1906, ein Werk, das er für eine ungewöhnliche Besetzung schrieb: für Trompete, vier Flöten und Streichquartett. Später folgte auch eine Orchesterfassung, die wir in den hr-Sinfoniekonzerten hören werden. In seinem vermutlich bekanntesten Werk stellt Ives musikalisch die "immerwährende Frage der Existenz". Wie diese Frage genau lautet, darüber schweigt sich der Komponist allerdings aus. Die Streicher spielen während des ganzen Stücks eine sehr langsame, choralähnliche Folge reiner Akkorde. Plötzlich durchbricht die Trompete diesen Streicherteppich mit einer kurzen Meldoieophrase, die wie eine Frage im Raum schwebt. Die Flöten antworten. Siebenmal gibt die Trompete zunächst ein kurzes Motiv vor, das Ives als „die ewige Frage der Existenz“ beschrieb. Sechsmal suchen die Flöten eine Antwort – immer anders und immer schroffer. Am Ende jedoch bleibt die Frage unbeantwortet.

Gustav Mahlers vierte Sinfonie entstand im Jahre 1900. Sein Lebenstraum hatte sich damals bereits erfüllt. Schon drei Jahre zuvor war er zum Direktor der k.u.k. Hofoper in Wien ernannt worden, zum "Gott der südlichen Zonen", wie er es nannte. Die anstrengenden Tagespflichten als Hofoperndirektor ließen Mahler kaum mehr Zeit für seine kompositorische Arbeit. Bereits 1899 hatte er die vierte Sinfonie begonnen, doch erst im Sommer 1990 in seiner Villa am Wörthersee fand er die nötige Ruhe, um die Arbeit an ihr fortzusetzen. Im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Sinfonien bewegt sich die Vierte in idyllisch-heiteren Sphären. Wie mit dem Blick eines Kindes entwirft hier Mahler eine aufreizend naive musikalische Bilderwelt. Die Vierte Sinfonie wurde sehr schnell populär. Wahrscheinlich spielt das für Mahler eher kleine Orchester auch eine Rolle, aber wesentlich war sicherlich die sanfte und bewegende Musiksprache, die das Publikum faszinierte. Die Uraufführung allerdings war sicherlich nicht nach dem Geschmack Mahlers: der erste Satz mit seinen einfach gehaltenen Themen verblüffte das Publikum, so dass die Aufführung begleitet war von protestierendem Zischen und zustimmendem Applaus. Der Schweizer Kritiker William Ritter erinnerte sich später: "Ich wehrte mich gegen diese Musik. Ich verdammte sie aufgrund meiner Überzeugungen. Aber – damit kämpfte ich gegen mein eigenes Vergnügen, denn in Wirklichkeit mochte ich sie. Nun habe ich meinen Widerstand aufgegeben und verehre diese Musik." Und doch ist die Vierte unter allen Mahler-Sinfonien diejenige gewesen, die letztlich am schnellsten populär geworden ist. Ursprung und Keimzelle der vierten Sinfonie ist das Lied-Finale "Wir genießen die himmlischen Freuden", das Mahler bereits 1892 komponiert und ursprünglich als abschließenden siebten Satz seiner dritten Sinfonie verwenden wollte. Es geht auf einen Text der Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" von Clemens Brentano und Achim von Arnim zurück und beschreibt in heiterem Ton die kindlichen Freuden himmlischer Seligkeit.

Die Musiken

Herrmann Ouvertüre aus der Filmmusik "North by Northwest" (Frank Strobel)
Liszt Sinfonische Dichtung "Orpheus" (Gianandrea Noseda)
Beethoven Klaviertrio Es-Dur op. 1 Nr. 1, 1. Satz (Cilia Trio: Charys Schuler, Violine / Maja Schwamm, Violoncello / Karen Tanaka, Klavier)
Mendelssohn Klaviertrio d-Moll op. 49, 3. Satz (Cilia Trio: Charys Schuler, Violine / Maja Schwamm, Violoncello / Karen Tanaka, Klavier)
Mahler Sinfonische Dichtung "Totenfeier" (Paavo Järvi)
Rachmaninow 2. Klavierkonzert c-Moll op. 18 (Denis Kozhukhin / Marin Alsop)

Sendung: hr2-kultur, Treffpunkt hr-Sinfonieorchester, 13.01.2018, 10:04 Uhr

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