Ursula Böhmer berichtet vom diesjährigen Music Discovery Project, wir werfen einen Blick auf die kommenden Auftakt-Konzerte und einen weiteren auf das Kammerkonzert in Alsfeld.

Das Music Discovery Project 2018

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Hundreds

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das Music Discovery Project 2018

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Wie bekommt man Jugendliche ins klassische Konzert? Das war die Ausgangsfrage, als das "Music Discovery Project" des hr-Sinfonieorchesters vor elf Jahren ins Leben gerufen wurde. Die Antwort: Man hole Jugendliche in ihrer Pop- oder Technowelt ab und führe sie hin zu einem klassischen Werk. Diese Idee ist hervorragend aufgegangen – und auch am vergangenen Wochenende hatte das hr-Sinfonieorchester in die Frankfurter Jahrhunderthalle wieder spannende Künstler zum musikalischen Austausch eingeladen: Zu Gast waren die Hamburger Band "Hundreds" und der Schlagzeug-Solist Simone Rubino. "BeziehungsKiste" war das diesjährige Projekt übertitelt. Ursula Böhmer hat sich beim "Music Discovery Project  2018" umgehört, um welche BeziehungsKisten es dabei ging.

Auftakt - Die Geigerin Tianwa Yang und das hr-Sinfonieorchester

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Das Konzert live im Radio

hr2-kultur überträgt das Konzert am 9. März live ab 20:04 Uhr.

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Tianwa Yang

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Auftakt - Die Geigerin Tianwa Yang und das hr-Sinfonieorchester

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Rhythmisch markant, sinnlich und temperamentvoll. Mit Silvestre Revueltas steht der bedeutendste Komponist Mexikos im musikalischen Fokus der Auftakt-Konzerte am 8. und 9. März, präsentiert von einem aufstrebenden jungen südamerikanischen Dirigenten. Der im "Sistema" Venezuelas groß gewordene Manuel López-Gómez hat die Leitung der Konzerte dankenswerterweise für die Mexikanerin Alondra de la Parra übernommen, die leider absagen musste.

Silvestre Revueltas hatte sich das Komponieren selbst beigebracht, und er begann damit erst im Alter von dreißig Jahren. Die international bekanntesten Werke von von Silvestre Revueltas sind das Orchesterstück "Sensemayá", die Filmmusik zu "Redes" - Netze - und die Filmmusik zu "Die Nacht der Mayas". "La noche de los Mayas" entstand im Jahr 1939 für den gleichnamigen Film des Regisseurs Chano Urueta nach einem Drehbuch von Salvador Novo. Geschildert werden auf nostalgische Art das traditionelle Leben eines Maya-Stamms und der Kulturschock, der eintritt, als einige Forscher den Stamm entdecken. Die Filmmusik von Revueltas ist dramatisch und brilliant. Der mexikanische Dirigent José Limantour war von Revueltas Musik so angetan, dass er im Jahr 1960 aus den 36 Originalsequenzen der Filmmusik eine Konzertsuite mit vier Sätzen arrangierte. 13 Schlagzeuger sind hier am Werk, mit so exotischen Instrumenten wie Huehuetl, Sonajas, Tumkul oder einem Muschelhorn – archaische Klänge von großer Kraft.

Ein Musikstück, das in besonderer Weise das spanische Kolorit einfängt, steht am Schluss des Konzertprogramms. Es handelt sich um dabei um eines der bekanntesten Violinkonzerte: die Symphonie espagnole op. 21 von Edouard Lalo. Lalo, selbst ein hervorragender Geiger, komponierte das Werk im Jahr 1873. Er widmete es seinem Freund, dem berühmten spanischen Geigenvirtuosen Pablo de Sarasate. Der brachte das Konzert im Februar 1875 in Paris mit überaus großen Erfolg bei Publikum und Presse zur Aufführung. Sarasate nahm die Symphonie espagnole als ein Standardwerk in sein Konzertrepertoire auf und spielte es in den großen Konzertsälen der ganzen Welt. Der Titel des Werks weist darauf hin, dass es sich nicht um ein traditionelles Violinkonzert handelt. Die Gliederung ist die einer romantischen Sinfonie, der Lalo einen Satz hinzufügt: den 3. Satz, “Intermezzo” überschrieben. Das Werk hat damit insgesamt fünf Sätze. Das spanische Element der Symphonie espagnole zeigt sich weniger im Gebrauch melodischer oder harmonischer Bestandteile als vielmehr in der Verwendung typischer Rhythmen spanischer Tänze.

Solistin in Lalos Violinkonzert "Symphonie espagnole" ist die Chinesin Tianwa Yang – "die stärkste junge Geigerin weit und breit", wie die FAZ ihr bescheinigte.

Die Musiken

Rebel Tambourin (Gottfried von der Goltz)
Mozart Sinfonie g-Moll KV 183 (François Leleux)
Rubino Choral (Simone Rubino)
Williams Indiana Jones Suite, "Swashbuckler" (Frank Strobel)
Bach Triosonate g-Moll BWV 1029 (Sebastian Wittiber, Flöte / José Luis García Vegara, Oboe / Ulrich Horn, Violoncello / Flóra Fábri, Cembalo)
Revueltas Sensemayá (Hugh Wolff)
Brahms Violinkonzert D-Dur op. 77 (Hilary Hahn / Paavo Järvi)

Sendung: hr2-kultur, Treffpunkt hr-Sinfonieorchester, 03.03.2018, 10:04 Uhr

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