Peter Farrelly nimmt den Oscar 2019 für den besten Film für "Green Book" entgegen

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat nun zum 91. Mal die Oscars verliehen. Wer waren die Gewinner und wer konnte sich nicht durchsetzen?

Es ist der letzte Akt der Oscar-Verleihung, der wohl für die größten Diskussionen sorgt. Julia Roberts öffnet den Umschlag. Darin ist der Name des Films, den die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den besten des Jahres halten: "Green Book - Eine besondere Freundschaft" erzählt die Geschichte des schwarzen Musikers Don Shirley, der 1962 von einem weißen Fahrer auf einer Konzerttour durch die Südstaaten begleitet wird.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "The Oscar goes to....!" Und wer macht die Musik zu den Filmen?

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Mahershala Ali, der Shirley verkörpert, wird als Bester Nebendarsteller mit einem Oscar geehrt. Einen Preis gibt es auch für das Beste Original-Drehbuch. Doch Bester Film? Ausgerechnet? Als Spike Lee mit einem Champagnerglas in der Hand in den Presseraum kommt, sagt er dazu nur: "Lasst mich noch einen Schluck nehmen – nächste Frage bitte."

Unglaublich divers

Auch Spike Lee’s Film "BlacKkKlansman" war als Bester Film nominiert. Lee und seine Co-Autoren gewinnen einen Oscar für das Beste Adaptierte Drehbuch. Auch hier geht es um Rassendiskriminierung – aber aus der Perspektive des Schwarzen erzählt. Mit aktuellen Bezügen – erschreckend, beklemmend, aber auch humorvoll. Green Book, so wird der Film schon seit Monaten in den USA diskutiert, sei zu seicht, zu höflich, zu beherrscht – altbacken erzählt.

Trotz der Aufregung um diese Entscheidung – die Oscars 2019 fallen unglaublich divers aus. Und kein Film stellt alle anderen in den Schatten. Das Queen-Biopic "Bohemian Rhapsody" gewinnt vier Preise, "Roma", "Green Book" und "Black Panther" jeweils 3.

Mehrfach Richtung Mexiko

Mit Mahershala Ali und Regina King werden nicht nur schwarze Schauspieler geehrt, sondern Ruth E. Parker und Hannah Beachler schreiben Geschichte. Die schwarze Kostümdesignerin Carter gewinnt im dritten Anlauf ihren ersten Oscar. Für Beachler klappt es gleich im ersten Versuch – die Afroamerikanerin kann eine goldene Statue für das Beste Szenenbild entgegennehmen. Beide Frauen hatten "Black Panther" ihren Anstrich verpasst.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Oscars 2019: Divers, weiblich, aber auch kontrovers

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Und es war eine Gala, in der mehrfach der Blick Richtung Süden ging, nach Mexiko. Alfonso Cuarón erzählt in seinem Film "Roma" eine Familiengeschichte im Mexiko der 70er Jahre. Er wird als bester Regisseur ausgezeichnet. Ungewöhnlicherweise auch als bester Kameramann, auch diese Arbeit erledigt er selbst, weil sein Wunschkameramann keine Zeit hat. Und "Roma" gewann in der Sparte Bester ausländischer Film. "Dieser Preis gehört nach Mexiko. Es ist ein mexikanischer Film. Meine Schauspieler sind alle aus Mexiko. Das Thema, die Landschaft – alles ist mexikanisch – ich wäre nicht hier, ohne Mexiko", so Cuarón. 

Identität und Zugehörigkeitsgefühl

Mehrfach wird auf der Bühne spanisch gesprochen – und das ist von der Lebenswelt in Los Angeles gar nicht so weit entfernt. Über Identität und Zugehörigkeitsgefühl spricht auch Rami Malek. Er gewinnt als Bester Schauspieler für seine Rolle als Queen-Sänger Freddie Mercury und sagt: "Ich bin der Sohn von Einwanderern aus Ägypten. Ich bin der Erste in unserer Familie, der in den USA geboren ist. Ein Teil meiner Geschichte wird genau jetzt geschrieben und ich bin so dankbar." 

Als Beste Schauspielerin wird die Britin Olivia Colman geehrt. Als sie von den Journalisten am Ende des Abends gefragt wird, wohin der Oscar kommt, sagt sie: "Zu mir ins Bett, zwischen mir und meinen Mann."

Für Deutschland gibt es in diesem Jahr keine Oscars. Sowohl "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck als auch der Dokumentarfilm "Of Fathers and Sons", der vom RBB und dem SWR koproduziert wurde, können sich nicht durchsetzen.

Sendung: hr2-kultur Kulturcafé, 25.2.2019, 16:10 Uhr

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