Aris-Quartett

Streichquartette von Schubert, Beethoven und Mendelssohn: Ein rundes Programm wurde im Holzhausenschlösschen präsentiert, das die Möglichkeit zum Vergleich geboten hat. Da haben wir den 15-jährigen Franz Schubert, der noch experimentiert und völlig angstfrei die Gattung Streichquartett angeht. Dann der 29-jährige Beethoven – im Vergleich zu Schubert und Mendelssohn ein Streichquartett-Spätzünder.  

Der musikalische Ausdruck des Aris-Quartetts, die Bühnenpräsenz und die technische Perfektion, die Intonation stimmen einfach. Die beiden Geigerinnen Anna Katharina Wildermuth und Noémi Zipperling und der Bratscher Caspar Vinzenz spielen stehend. Nur der Cellist Lukas Sieber sitzt. Da kommt auch körperliche Bewegung mit ins Spiel. Man spielt auf Zehenspitzen, tritt vor oder zurück, wendet sich einander zu. Diese körperliche Freiheit geht einher mit höchster Aufmerksamkeit und Konzentration.

Viel Sinn für Dramatik und Dramaturgie

Quasi aus dem Nichts heraus können die Vier einen musikalischen Vulkan zum Ausbrechen bringen. Immer sind die Einsätze präzise. Stimmungswechsel, Tempoänderungen sind wie aus einem Guss. Im langsamen Satz des Beethoven Quartetts gibt es so intensive Momente, dass manchmal das Herz und die Zeit stillzustehen scheinen.

Atemlosigkeit und Gänsehaut pur. Das Aris Quartett hat sein Repertoire im wahrsten Sinn des Wortes im Griff mit viel Sinn für Dramatik und Dramaturgie. Die Musiker sprechen dieselbe Sprache, sprechen zueinander und zum Publikum als würden sie Geschichten erzählen.

Das zieht mich als Zuhörer so rein in die Musik, nimmt mich in dieser Direktheit ganz nah an der Bühne mit, dass ich am Ende des Konzerts nicht nur begeistert bin, sondern auch dankbar für so einen bewegenden Abend.

Streichquartettfesttage
nächster Termin: 25.11.2019
Holzhausenschlössschen
Mehr Informationen

Aris Quartett
16.1.2020
Alte Oper
Mehr Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 21.11.2019, 7:30 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit