Christiane Karg

Christiane Karg singt die Sopranpartie im Requiem von Brahms, das mit dem hr-Sinfonie-Orchester unter David Zinman in der Alten Oper Frankfurt zu hören sein wird. In der Spielzeit 2013/2014 war sie Artist in Residence, schon damals hat sie ein sehr abwechslungsreiches Repertoire gesungen, Konzertarien von Mozart in der Reihe Barock+, französische Musik von Debussy und Ravel und spanische Musik von de Falla. In diesem Jahr war sie Fokus-Künstlerin beim Rheingau Musik Festival.

Wie ist es für sie, wieder in Frankfurt zu sein und wieder etwas ganz anderes zu singen?

Ich kenne Frankfurt von der Oper her. Zurückkommen ist natürlich was anderes, wenn das Orchester lockt. Es ist wichtig für mich, nicht festgelegt werden zu können. Es gibt Kollegen, die singen ein paar Mal Barock und dann heißt es, "Ach, die Bartocktante!". Das soll bei mir anders sein: Ich möchte vielseitig sein - und auch nicht immer nur Sopran. Bei den Chansons Madécasses von Ravel etwa habe ich im Sommer Mezzo gesungen. Oder nehmen sie seine Shéhérazade, die ich mit dem hr-Sinfonieorchester gesungen habe - da steht "Pour une voix - für eine Stimme" darüber. Das ist schön, das ist nicht absolut - denn "absolut", das geht in der Kunst eigentlich nicht. Und wie schön ist es, in einem Liederabend durch verschiedene Stimmungen zu reisen und das Publikum zum Nachdenken zu animieren!

Diese unterschiedlichen Genres fordern Stimme und Emotion sehr, oder?

Ich habe eine, meine Technik, man ist gleich drin, da gibt es keine Probleme. Natürlich ist es was anderes, wenn man in der großen Alten Oper singt anstatt vor 50 Leuten. Und beim Requiem von Brahms muss ich natürlich emotional außen vor bleiben, ich kann ja nicht anfangen zu weinen, ich versuche höchstens dem Publikum Tränen in die Augen zu bringen, selber aber muss man ganz stark sein. Man darf sich nie ganz gehen lassen in der Musik. Ich muss ja die Kontrolle über meine Stimme behalten. Und bei allem muss ich das Wort vermitteln, ich muss verständlich bleiben. Wenn die Leute sagen würden "Wir haben ja gar nichts verstanden", dann wäre das ganz schlimm, dann hätte ich in dem Moment meinen Beruf verfehlt.

David Zinman dirigiert das Requiem, wie laufen die Proben?

Ich fühle mich sehr willkommen, sehr gut. Der Moment, wenn alles stimmt, ist ja im Konzert öfter als in einer Oper, wo so vieles einandergreifen und klappen muss. Ich fühle mich wohl, wenn ich mit etwas Neuem angefangen habe, wenn ich neugierig bleiben darf. Und dann mache am Ende irgendwann auch mal wieder Mozart gerne, jetzt aber erstmal den großen Brahms, ich freue mich!

Hier geht es zum Konzert mit Christiane Karg und dem hr2-Sinfonieorchester

Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 9.10.2019, 14:30 Uhr

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