West-östlicher Divan, Originalausgabe

Vor genau 200 Jahren, im August 1819 erschien die Gedichtsammlung "West-östlicher Divan" von Johann Wolfgang von Goethe. Aus diesem Anlass präsentiert das Freie Deutsche Hochstift im Goethe-Haus Frankfurt eine Jubiläumsausstellung. Für Neugierige eine echte Entdeckung!

Der Divan birgt Geheimnisse und Schätze

Hinter einem halbdurchsichtigen Vorhang, auf den Ornamente und arabische Schriftzeichen projiziert werden, stehen große Tische mit Glasvitrinen, in denen bibliophile Schätze und ein paar Überraschungen verborgen sind.

Da finden sich neben zahlreichen bibliophilen Originalausgaben Blätter mit Entwürfen, Notizen oder ein Blatt, auf dem Goethe versucht hat arabische Zeichen nachzuschreiben - wie ein Grundschüler, der seine ersten Buchstaben ungelenk zu Papier bringt. Der Geheime Rat in Weimar ging mit über 60 Jahren noch einmal in die Schule. Er lernte "schön" schreiben und studierte etwa hundert Bücher über den Orient.

Die Neugier auf das Fremde

Der Anstoß dazu war dabei zunächst zufällig. Goethes Verleger Cotta hatte ein Buch des persischen Nationaldichters Hafiz aus dem 14. Jahrhundert neu herausgebracht und drückte Goethe ein Exemplar in die Hand. Der las sich fest, ließ sich von fremden arabischen Sprachbildern und poetischen Motiven anregen und verfasste in kurzer Zeit seine umfangreichste lyrische Gedichtsammlung: den "west-östlichen Divan" – wobei Divan nicht, wie gerne angenommen, ein arabisches Sofa bezeichnet, sondern seit dem 8. Jahrhundert "Heeressammlung", später dann nur noch "Sammlung" bezeichnete.

Hier wird Goethes Interesse an fremden Kulturen und deren Sprache deutlich, und der 'Divan' beweist sich sehr anschaulich als ein Klassiker im Dialog der Kulturen – und ein Beweis, wie produktiv dieser Dialog sein kann, wenn er mit Neugier und Offenheit geführt wird.

"Poetische Perlen" aus dem "ungeheuren Stoff" des Orients
- 200 Jahre Goethes "West-östlicher Divan"
bis 23. Oktober

Goethaus Frankfurt
Großer Hirschgraben
Mo bis Sa 10-18 Uhr
So und Feiertage 10-17:30 Uhr

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 20.8.2019, 7:30 Uhr

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