Mascha Kaléko

Im heutigen Hörrätsel suchen wir eine jüdische Dichterin, die zu den meistgelesenen deutschsprachigen Lyriker*innen gehört – ihr Stil wird der „Neuen Sachlichkeit“ zugeordnet. Sie wurde 1907 in Galizien, im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Anfang des ersten Weltkriegs floh ihre Familie aus Angst vor antisemitischen Anfeindungen nach Berlin. Die gesuchte Autorin begann schon früh mit dem Schreiben, erste Gedichte wurden bereits 1929 in mehreren Zeitungen veröffentlicht und sie fand schnell Anschluss an die intellektuellen und literarischen Kreise des „Romanischen Cafés“ in Berlin, wo sie unter anderem Else Lasker-Schüler und Joachim Ringelnatz kennenlernte.

1933 erschien ihr erster Gedichtband „Das lyrische Stenogrammheft“ und ihre Werke erlangten rasch große Popularität, bis sie 1935 vom NS-Regime mit einem Publikationsverbot belegt wurde.

Ihren berühmten Nachnamen hatte die gesuchte Autorin von ihrem ersten Ehemann; 1938 heiratete sie jedoch erneut und emigrierte ein Jahr später mit Mann und Sohn nach New York. Weiterhin schrieb sie auf Deutsch und einige ihrer Gedichte erschienen in der Exilzeitschrift Aufbau, doch sie blieb im Exil abgeschnitten von der literarischen Szene und dem deutschsprachigen Publikum.

Mitte der Fünfziger Jahre kehrte sie für die Wiederauflage ihrer ersten beiden Lyrikbände nach Deutschland zurück und konnte rasch an ihren Erfolg anknüpfen. 1960 jedoch führten berufliche Gründe ihren Mann und sie nach Jerusalem, wo sie zwar weiterschrieb, aber erneut von der deutschsprachigen Leserschaft abgeschnitten war. Erst zu ihrem Hundertsten Geburtstag wurde die Lyrikerin wiederentdeckt und von einem generationenübergreifenden Publikum begeistert aufgenommen. Besonders bekannt sind heute übrigens ihre Exil-Gedichte.

Welche berühmte Schriftstellerin suchen wir?

Sendungen: hr2-kultur, "Hörbuchzeit", 06.08.2022, 12:04 Uhr und "Am Sonntagmorgen", 07.08.2022, 9:04 Uhr.