Podcast Am Abzug – Brennpunkt Bagdad

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Ausgerechnet in Bagdad ist der iranische General Soleimani getötet worden - bei einem gezielten Luftangriff der US-Streitkräfte. Und nicht nur die Tat sorgt nun für eine Eskalation, sondern auch der Tatort. Irakische Politiker sehen die Souveränität ihres Landes verletzt. Sie sehen gefährdet, was sie mit dem Nachbarland Iran verbindet. Und sie fühlen sich provoziert von den USA, zumal bei dem Luftangriff auch ein irakischer Kommandeur ums Leben kam. Das irakische Parlament hat inzwischen für einen Abzug aller ausländischen Truppen gestimmt. Aber viele Abgeordneten, z.B. aus den Reihen der kurdischen Bevölkerungsgruppe, fehlten bei der Abstimmung. Und gerade die Kurden im Norden des Iraks hätten bei einem Abzug der US-geführten Truppen einiges zu verlieren. Unversehens ist der Irak nach langer Zeit wieder in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt. Ein Land mit einer fragilen Machtteilung zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden. Ein Land, in dem ausländische Truppen nicht ohne Erfolg gegen die Terrormiliz IS gekämpft haben und in dem auch die Bundeswehr präsent ist. Ein Land, das sich dem einstigen Erzfeind Iran stärker verbunden fühlt, als das vielen hierzulande bewusst ist und das womöglich vermitteln könnte zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Dieses Land zwischen den Flüssen ist längst ein Land zwischen den Fronten geworden. Was vielleicht ein Teil der Lösung, aber vielleicht auch ein Teil des Problems sein könnte.

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