Podcast Anonym und unsichtbar - Der Tod in den Zeiten von Corona

Stilisierte Uhr

Die Pandemie lehrt uns mit erschreckenden Zahlen umzugehen. Sie hat fast 50 tausend Menschenleben in Deutschland gekostet, in knapp einem Jahr. Menschen, die an und mit Covid-19 gestorben sind. Weltweit sind es mehr als zwei Millionen. Und täglich sterben weitere. Die Schwere der Krankheit ist größer als bei einer gewöhnlichen Grippe. Das Risikomanagement findet unter kollektiver Beobachtung statt. Doch gestorben wird allein und einsam. Der letzte Kontakt der Patienten: Pfleger und Ärzte in Schutzkleidung mit Masken, Handschuhen, Kitteln. In Plastiksäcke verpackt, bekommen die Toten rote Aufkleber: Achtung, Infektionsgefahr. Aufbahrungen, Aussegnungen, Rituale mit Liedern und Musik erscheinen wie aus einer längst vergangenen Zeit. Abschied kann nur mit Abstand genommen werden. Anfassen geht nicht. Nach und nach wird nun der Ruf nach öffentlichem Gedenken lauter. Brauchen wir solche Bilder? Oder muss der individuellen Trauer entgegen aller Gefahrenabwehr mehr Raum gegeben werden?