Podcast Demokratie weggetreten! Das Militär als Regierung

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Eine Demokratie in Myanmar? Das scheint nur als Intermezzo möglich zu sein - zwischen einer Militärherrschaft und der nächsten. Mehr als zwei Jahrzehnte hat es beim letzten Mal gedauert, bis das Militär bereit war, Platz zu machen und demokratische Verhältnisse in Myanmar zu dulden. Aber kaum ein Jahrzehnt später schrien die Generäle "Wahlbetrug!", als die Regierungspartei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi einen überwältigen Wahlsieg einfuhr. Sie setzten die neue Regierung prompt ab, ihre Mitglieder fest und ihre Truppen gegen alle in Marsch, die dagegen protestierten. Dass Militärs nicht nur zu den Waffen, sondern auch nach der Macht im Staate greifen, hat eine lange Tradition. Und je nachdem, auf wessen Seite sie sich schlagen, können sie einen Staat dadurch retten oder ruinieren. Fast immer nehmen sie für sich in Anspruch, die Ordnung wiederherzustellen, aber fast ebenso oft zwingen sie einem Land nur die eigene Ordnung auf. Wehrhaft gegen äußere Feinde wird ein Staat durch das Militär, das gilt auch für Demokratien. Aber ein wahrhaft wehrhafter Staat muss sich auch gegen sein Militär schützen können.