Podcast Der Tag auf Weltreise: Marokko mit Dunja Sadaqi

Stilisierte Uhr

Es wäre ein gutes Jahr geworden für Marokko. Zum ersten Mal kürten die Staaten Afrikas nach europäischem Vorbild eine gemeinsame Kulturhauptstadt. Und das sollte Marrakesch sein. Nicht, dass diese Stadt nicht schon bekannt genug wäre, Reisende strömen reichlich dorthin. Vielleicht sollte es dann am Ende doch die Hauptstadt Rabat werden. Und dann kam Corona. Die Pandemie machte auch in Marokko deutlicher als zuvor, welche Probleme das Land hat: Marokko ist Durchgangsland für Migranten und Migrantinnen, die nach Europa wollen. Für viele ist in Nordafrika aber die Reise zu Ende. Sie bleiben dann als Illegale im Land und leben als Tagelöhner oder Bettler. Während des Corona-Lockdowns durften sie nicht auf die Straße und wurden, anders als die anerkannten Flüchtlinge, auch nicht versorgt. Gleichzeitig verschärfte sich auch die Lage von Minderheiten in Marokko und die der Frauen. Die Krise ließ deutlich werden, wo das reale Leben auf überkommene Moralvorstellungen einer Männergesellschaft prallt. Und die gestrandeten Touristen zeigten, dass die Administration selbst mit der wichtigsten Einnahmequelle des Landes nicht angemessen umgehen kann.

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