Podcast Der Tag danach – Keine Regierung ist auch keine Lösung

Stilisierte Uhr

Ein unübersichtlicher Tag, so ein Montag nach der Wahl, heutzutage. Früher ging das so: Wahlverlierer zerlegen sich öffentlich, Wahlsieger danken Wählerschaft für das ausgesprochene Vertrauen, und dann werden hintenrum schon mal die Ministerien verteilt. Und wenn eine neue Koalition nötig war, waren die Alternativen überschaubar. Heute sorgen Koalitionsarithmetik und spekulative Farbenlehre für Vollbeschäftigung in den Redaktionen. Und jede Kanzlerwahl scheint eine Koalition zwischen Parteien vorauszusetzen, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen. Prima, freuen sich die Parlamentsromantiker, dann kriegen wir endlich eine Minderheitsregierung, die sich wechselnde Mehrheiten besorgen muss. Grauenhaft, stöhnen die Skeptiker, dann wurstelt sich jetzt monatelang eine geschäftsführende Regierung durch, begleitet vom Geräusch platzender Verhandlungen. Und die angeblich so dringenden Vorhaben und Probleme bleiben einfach liegen.