Podcast Die beste Freude – vom Schaden anderer Leute

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Geteiltes Leid, so weiß es der Volksmund, ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. Wie aber verhält es sich mit der Freude über des anderen Leid? Ist die Schadenfreude klammheimlich nicht viel erfüllender als die geteilte Freude? Die kleine Geschichte des Nastradin Hodscha belegt es: Als er voller Neid auf die wohlgenährte Ziege des Nachbarn blickt, wird ihm magisch ein Wunsch gewährt. Doch anstatt sich selbst eine ebensolche zu wünschen, befiehlt er: die Ziege des Nachbarn soll auf der Stelle tot umfallen. Wir wissen um die Begrenztheit unserer Wünsche und freuen uns, wenn dem Nächsten etwas misslingt. Meist aber zeigen wir es nicht, denn die Rache nicht nur des Betroffenen, der ganzen Gesellschaft könnte bitter ausfallen. Vielleicht sind die bösen Kommentare zu Donald Trumps Covid-Erkrankung auch deshalb im weit entfernten Europa lauter zu hören als in den USA, wo man eher geneigt ist für seine Gesundung zu beten. Was hat es auf sich, mit der Schadenfreude, für die es im Englischen noch nicht einmal ein eigenes Wort gibt? Ist sie Teil des Allzumenschlichen oder nur ein böser Charakterzug?

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