Podcast Druck auf der Pipeline – Was bewirken Sanktionen?

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Man kennt das aus der Kindererziehung: wenn die Sprösslinge nicht folgen, dann werden Strafmaßnahmen angedroht: Hausarrest, der Entzug von Spielzeug, Einschränkung der Fernseh- oder Computerzeit, das sind gängige Methoden um elterlichen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Aber wer mit einer Sanktion droht, der sollte auch in der Lage und willens sein, sie umzusetzen. Sonst funktioniert das Modell nicht. So ist es auch in der Politik, wenn Staaten sich nicht an die Regeln halten. Die Diplomatie kennt verschiedene Abstufungen, von der Einbestellung der Botschafter bis hin zur Einstellung jeglicher Beziehungen. Besonders viel verspricht man sich von wirtschaftlichen Sanktionen, die sind aber auch besonders schwer umzusetzen, weil man sich damit schnell ins eigene Fleisch schneidet. Das erleben wir gerade im Falle Russlands. Die EU will auf die willkürliche Inhaftierung des Regimekritikers Nawalny reagieren, will Putin in die Schranken des Rechtsstaates verweisen, ist sich aber uneins, wo man am besten ansetzen könnte, ohne selbst zu leiden. Taugt das Ende von Nordstream 2 als Drohkulisse und haben derartige Sanktionen überhaupt schon mal zum gewünschten Erfolg geführt?