Podcast I have a dream - Die neue Rassismus Debatte

Stilisierte Uhr

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd - und dass ein weißer Polizist ihn bei seiner Festnahme nicht atmen ließ -, hat vieles in Bewegung gebracht. Nicht nur in den USA und nicht nur auf den Straßen, sondern an vielen Orten der Gesellschaft. Auch bei uns in Deutschland. Größer denn je scheint nun die Entschlossenheit, aufzuräumen mit Rassismus, wo auch immer er auftritt, sei es in Gedanken, Worten oder Taten. Und wie auch immer er aussieht. Dem Rassismus "begegnen" soll nicht mehr nur eine Alltagserfahrung derer sein, die davon betroffen sind. Sondern dem Rassismus "begegnen" soll heißen: Offenem Rassismus entgegentreten, versteckten Rassismus aufdecken und unbewussten Rassismus bewusst machen. Beim Versuch, mit jeglichem Rassismus unserer Gesellschaft aufzuräumen, wird nun in vielen Schubladen das Unterste zu oberst gekehrt und vieles aussortiert. Ein neues Polizeigesetz in Bremen verbietet anlasslose Polizeikontrollen nach Hautfarbe. Der Werbespot eines Autobauers und ein Gemälde im Frankfurter Städel landen ebenso auf den Prüfstand wie alte Flaggen, alte Denkmäler und alte Kinderbücher. Eine Debatte ist in Gang gekommen, die ihrerseits viele Menschen bewegt und in der vielfältige Emotionen zutage treten: Erleichterung darüber, dass diese Debatte endlich geführt wird. Bestürzung darüber, dass sie nötig ist. Irritation bei denen, die sich zu Unrecht wegen Rassismus angegriffen fühlen. Zweifel daran, ob die Korrektur von Straßennamen und Textpassagen der richtige Umgang mit dem Rassismus der Vergangenheit ist. Und nicht zuletzt Hoffnung darauf, dass eine Debatte wie diese irgendwann überflüssig sein wird.

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