Podcast Mob rules? Trump und der Sturm aufs Kapitol

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So hatte er sich das bestimmt nicht zurechtgelegt, aber möglicherweise wird Donald Trump der erste amerikanische Präsident sein, der sich selber aus dem Amt putscht. Tausende seiner Anhänger umringten am Mittwoch das Kapitol in Washington, während dort Abgeordnete und Senatoren endgültig den Wahlsieg Joe Bidens bestätigen sollten. Einige drangen sogar in das schlecht bis gar nicht bewachte Gebäude ein, besetzten Tribünen und Abgeordnetenbüros und beschimpften die anrückende Polizei als "Kommunisten" und "Drecksäcke". Die Sitzung muss unterbrochen werden, Schüsse fallen, eine Frau stirbt, vier Tote soll es insgesamt gegeben haben. Donald Trump hatte kurz vorher noch eine Rede gehalten. Da forderte er seine Anhänger auf, zum Kapitol zu marschieren, "ich werde bei Euch sein", sagte der noch amtierende Präsident. Natürlich nur im Geiste, denn das Marschieren überlässt er dann doch lieber den Anderen. Aber er wiederholte seinen Vorwurf, die Wahl sei gestohlen worden. Später, sehr viel später forderte Trump per Twitter die Randalierer dann auf, keine Gewalt anzuwenden, sagte aber auch: "Wir lieben euch. Ihr seid etwas ganz Besonderes". Jetzt ist das Entsetzen nicht nur in den USA groß. War das ein versuchter Staatstreich? Trump hat zwar inzwischen mitgeteilt, er werde die Macht geordnet übergeben, aber viele fordern, ihn zur Verantwortung zu ziehen und noch in der verbleibenden Zeit des Amtes zu entheben. Hinter der Frage, ob das überhaupt möglich ist, stehen viele größere: wie soll ein Land Frieden finden, in dem offenbar viel zu viele die politische Auseinandersetzung mit Gewalt führen wollen?

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