Podcast Rund um die Uhr – die ausgebeuteten Pflegekräfte

Stilisierte Uhr

Viele wünschen sich, im Alter zuhause wohnen zu können, auch wenn sie nicht mehr allein zurechtkommen. Glück hat, wer Angehörige hat, die diesen Wunsch erfüllen können. Wenn pflegende Familienmitglieder an ihre Belastungsgrenzen kommen, blicken sie von Deutschland aus gerne über die Grenzen im Osten. Hundertausende meist weibliche osteuropäische Pflegekräfte kommen in deutsche Haushalte, monatelang, arbeiten Tag und Nacht, vermittelt über entsprechende Agenturen. Durch das Grundsatz-Urteil des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt kommt jetzt wieder einmal ans Licht, auf welch ausbeuterischem System die häusliche Pflege in Deutschland fußt. Eine Sozialassistentin aus Bulgarien hatte geklagt, weil von den 24 Stunden, die sie gearbeitet hat oder in Bereitschaft war, nur ein Bruchteil entlohnt wurde. Für die vertraglich vorgesehenen 30 Stunden in der Woche, in denen sie kochte, putzte, Körperpflege oder Hilfe beim Essen leistete, bekam sie monatlich 950 Euro netto. Nur so können sich in Deutschland viele Familien die häusliche Pflege leisten, auch die Politik preist diese Modelle in ihre Planung ein. Was bedeutet es, wenn jetzt alle osteuropäischen Kräfte in deutschen Haushalten den Mindestlohn für die volle Arbeitszeit fordern würden? Viele Familien werden es sich nicht mehr leisten können, wer trägt die Kosten? Zuhause bleiben bis zum Lebensende könnte zum unmöglichen Wunschtraum werden. Und was ist die Alternative? Genug Plätze in Altenpflegeeinrichtungen gibt es schon jetzt nicht.

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