Podcast Vergiftete Beziehungen – Furcht und Elend der Diplomatie

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Es sind keine Liebesgrüße, die Angela Merkel nach Moskau gesandt hat. Die russische Regierung müsse Fragen beantworten im Fall des vergifteten Oppositionspolitikers Alexej Nawalny. Die Welt warte darauf. So die Botschaft der Kanzlerin, und sie hat sich damit im umgangssprachlichen Sinne nicht gerade "diplomatisch" ausgedrückt. Aber die Berufsdiplomatie kennt viele Abstufungen des Redens - und Nicht-Redens. Der Eskalation und der Deeskalation. Und während das medizinische Personal der Charité gegen das Nervengift im Körper von Alexej Nawalny kämpft, muss das politische Personal die Instrumente der Diplomatie in Anwendung bringen - nach allen Regeln der Kunst. Denn Diplomatie ist eine Kunst - die sich wie ein Handwerk erlernen lässt und zugleich eine hohe Begabung erfordert. Sie ist ein anspruchsvolles Spiel in ernster Lage. Sie ist ein Mechanismus mit exaktem Regelwerk, aber immer auch von äußeren Faktoren beeinflusst: Von persönlichen Befindlichkeiten und wirtschaftlichen Interessen, von der Stärke oder Schwäche der eigenen Position. Wer kann mit wem? Wer setzt welche Prioritäten? Wer hat am präzisesten die nächsten Züge der Partie vorausberechnet? Und: Wer hat am Ende die besseren Nerven?

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