Podcast Verloren! Die Rhetorik von Sieg und Niederlage

Stilisierte Uhr

"Es kann nur einen geben!" Nur einen US-Präsidenten. Und zwar den Richtigen. Das ist das eine unumstößliche Prinzip. Der Richtige aber ist einzig und allein der, der rechtmäßig gewählt worden ist. Nach einem anderen unumstößlichen Prinzip, das da lautet: "Mehrheit ist Mehrheit". Da heißt es dann: Zählen, bis es stimmt - nicht, bis es passt. Und je knapper der Vorsprung, desto schneller kann er sich in einen Rückstand verwandeln. Was bleibt da zu tun - für zwei Sieger in spe? Die Devise "Wer nicht kämpft, hat schon verloren" greift nach einer Wahl eigentlich nicht mehr. Denn objektiv stand ja schon am Abend des Wahltages fest, wer den Kampf gewonnen und wer ihn verloren hat. Aber erst das allgemeine und anerkannte Wissen darum verschafft dem Sieger seine Macht. Bis dahin aber geht der Präsidentschaftswahlkampf weiter. Aus dem Kampf vor der Wahl ist der Kampf nach der Wahl geworden, nicht nur juristisch, sondern gerade auch rhetorisch. Ob aggressiv oder besonnen, ob Durchhalteparole oder Rückzugsgefecht - egal, welche Register die Herren Trump und Biden ziehen: Am Ende gibt es nur eine Alternative: Triumphgeheul oder Wunden lecken. Denn der Sieger bekommt (fast) alles. Aber eines weiß der Sieger jetzt schon: Die halbe Nation ist gegen ihn.

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