Podcast Wenn Staaten zu Tätern werden – Der Fall Assange

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Julian Assange hat Kriegsverbrechen enthüllt. Kriegsverbrechen US-amerikanischer Truppen im Irak und in Afghanistan. Aber weil er dazu geheime Dokumente veröffentlicht hat - auf seiner Internet-Plattform Wikileaks -, gilt er in den Augen der US-Behörden selbst als Verbrecher. Flucht und ein zwischenzeitliches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London haben Assange nicht retten können, und seit die Botschaft ihn nicht mehr beherbergt, sitzt er in britischer Haft und wartet auf seine Auslieferung in die USA. In zwei Wochen soll das Auslieferungsverfahren beginnen, und viele seiner Unterstützer befürchten, dass Assange weder gesundheitlich noch juristisch in der Lage sein wird, sich angemessen zu verteidigen. Er werde in Isolationshaft gehalten, was ihn psychisch und physisch extrem belaste und obendrein den notwendigen Kontakt mit seinen Anwälten erschwere. "Lasst Assange frei, damit er sich auf seine Verteidigung vorbereiten kann!", fordern in Deutschland u.a. Politiker verschiedener Parteien. Und in der Tat: Assange kann Unterstützung gebrauchen. Denn seine Gegner waren und sind die mächtigen Behörden mehrerer Staaten: Die US-Behörden, die ihn haben wollen. Die britischen Behörden, die ihn gefangenhalten. Und die schwedischen Behörden, die ein Verfahren gegen ihn wegen eines Sexualdelikts zwar eingestellt haben, deren Ermittlungen aber vielen Beobachtern als höchst fragwürdig erscheinen.

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