Podcast Wir wissen, dass wir nicht wissen – Die Vermessung der Pandemie

Stilisierte Uhr

Grundsätzlich halten wir die Welt für berechenbar. Wir umgeben uns mit Daten und Zahlen, nennen sie Fakten und richten unsere Handlungsmaxime daran aus. Deshalb gab es schon zu Beginn der Corona-Pandemie eine Vielzahl von Zahlen, die nicht einmal miteinander kongruent sein mussten. Die amerikanische Universität Johns Hopkins kommt immer noch zu anderen Ergebnissen, was die deutschen Infizierten angeht, als das Robert Koch-Institut. Der sogenannte R-Wert, die Zahl, die die Rate der Ansteckungen bezeichnet, fußt auf einer zu geringen Erhebung. Wir haben gelernt, mit diesen Widersprüchen zu leben. Ambiguitätstoleranz nennt das die Soziologie - will heißen, mit der Doppeldeutigkeit leben lernen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jedoch fordert endlich die verlässliche Zahl, in der Hoffnung, dass es eine solche geben kann. Eine repräsentative Datenerhebung ist sicher nötig. Man muss mehr und anders testen. Mit den derzeit eingesetzten PCR-Tests lässt sich nur eine akute Infektion testen. Nicht mehr und nicht weniger. Wir wollen aber mehr, mehr Sicherheit, mehr Kontrolle. Aber können wir die durch mehr Zahlen erhalten? Oder halten wir es besser mit Sokrates, der den Satz prägte: "Ich weiß, dass ich nichts weiß"?

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