hr2-Kulturgespräch

"Kühn" ist wohl noch untertrieben für diesen Plan, den Herman und Irene Sörgel in den 1920er Jahren entwickelten: Durch Staudämme durch die Meerengen von Gibraltar und den Bosporus sollte das Mittelmeer abgesenkt werden und Europa und Afrika zu einer einzigen Landmasse verbunden werden. "Atlantropa" war als pazifistische Utopie erdacht, die den Nahrungs-, Land- und Energiehunger der Menschheit stillen sollte. Doch die Nazis hatten andere Pläne im Kopf. Der Autor und Journalist Matthias Lohre hat die Lebensgeschichte der Sörgels nachgezeichnet. Er spricht darüber, in welchem Spannungsfeld der Plan damals entstanden ist, was wir in Kauf nehmen dürfen und müssen, wenn wir Gutes erreichen wollen, und was diese Geschichte vielleicht mit heutigen geopolitischen Projekten zu tun hat.

Sendung: hr2-kultur, "Am Nachmittag", 04.02.2022, 17:10 Uhr