Götterdämmerung am Staatstheater in Kassel

Am Staatstheater in Kassel folgt der dritte Teil der Nibelungen: die Götterdämmerung. Konnte die Inszenierung an die Erfolge ihrer Vorgänger anknüpfen?

Es gibt zahlreiche Elemente aus den anderen Ringteilen, die wiederkehren. Siegfried und Brünhilde leben in einem total schicken Appartement – das sieht so ein bisschen aus wie double income no kids. Später befinden wir uns beim Geschwisterpaar Gunther und Gutrune und ihrem Halbbruder Hagen. Es werden bekannte und neue Elemente miteinander vermischt und kombiniert.

Letztenendes zeigt es aber, dass die neue Generation eigentlich überhaupt nichts gelernt hat aus ihrer eigenen Familiengeschichte und genauso weitermacht. Egoismus und Machtwille zerstören die Welt, wie sie vorher war und die Gesellschaft geht kaputt, denn der Ring ist nach wie vor das Objekt der Begierde.

Fazit

In der Inszenierung von Markus Dietz werden die Figuren zu Menschen und das ist eine ganz große Qualität dieser Inszenierung. Nicht aufgesetzt und ohne Elemente, die provozieren, sondern es ist stimmig und absolut konsequent erzählt. Die Darstellerinnen und Darsteller konnten auch überzeugen, vom hervorragend spielenden Orchester, geleitet von Francesco Angelico, das einen transparenten und sensiblen Wagner-Sound erzeugt.

Angelico erzeugt mit traumwandlerischer Sicherheit einen dramaturgischen Bogen und die Musik wirkt nie aufdringlich-pompös. Ein vergleichbares Sängerensemble muss man wirklich lange suchen: Albert Pesendorfer als Hagen, Kelly Cae Hogan als stimmlich schier unerschöpfliche Brünhilde und Daniel Frank als Siegfried.

Götterdämmerung von Richard Wagner
Staatstheater Kassel
Friedrichsplatz 15
Weitere Vorstellungen am 14.3., 22.3., 4.4., 19.4.
Mehr Informationen unter
staatstheater-kassel.de

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 9.3.20, 7:30 Uhr

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