Eric Bibb

Der Bluesmusiker Eric Bibb hat einen Brief an sein Heimatland geschrieben - an die Vereinigten Staaten von Amerika. "Dear America" ist sein vielleicht politischstes, kritischstes und – wie wir finden – eines seiner stärksten Alben bisher.

Der gleichnamige Titelsong trifft mitten ins Herz von Amerika, in die Debatten um black lives matter, den Tod von George Floyd, den Sturm auf das Kapitol und den Hass, den Donald Trump in die Köpfe seiner Anhänger gepflanzt hat. Trotz seiner mitunter harschen Kritik an den Zuständen in Amerika sei "Dear America" unterm Strich ein Liebesbrief, sagt Bibb, "weil Amerika, trotz all seiner Assoziationen mit Schmerz und seiner blutigen Geschichte, immer ein Ort der unglaublichen Hoffnung und des Optimismus war. Amerikaner zu sein, und besonders aus New York City zu kommen, ist für mich ein Segen.“ Den musikalischen Brief an seine Heimat darf man also sicher als Herzensangelegenheit betrachten - unglaublich stark getextet und mit einem teils sehr "rootsigen" Blues gespielt, teils auch mit wunderschönen Singer/Songwriter-Melodien, durch die sich der Blues nur ganz sanft als Grundton zieht.

Ebenfalls gerade erschienen und ebenfalls von einem ganz großen Meister ist "Side-Eye NYC" von dem Jazzgitarristen Pat Metheny. Hier gibt er jüngeren, talentierten Musikern an seiner Seite die Chance, von seiner Erfahrung und Popularität zu profitieren.

Hier finden Sie alle Titel und Interpreten dieser Sendung. [PDF - 233kb]

Sendung: hr2-kultur, "Hörbar", 10.09.2021, 19:04 Uhr.