Der irische SingerSongwriter mit dem so innigen wie eigenen Stil ist einer der großen Mysteriösen im Musikgeschäft: Immer, wenn er dabei ist, mit seiner Musik richtig Erfolg zu haben, verschwindet er wieder von der Bildfläche. Doch die Fans sind ihm treu. Als seine erste Band "Juniper" in den 90er Jahren durchstartete und die Plattenfirma sie in eine kommerzielle Richtung drücken wollte, hat Damien die Gruppe lieber aufgelöst, als seine Seele zu verkaufen. Seine Antwort damals: nach Italien aufs Land ziehen, Straßenmusik machen. Und auch später - da ist er längst ein umjubelter SingerSongwriter und berühmt für seine sensiblen, fast kammermusikalisch aufgezogenen Lieder - nimmt Damien Rice sich immer wieder lange Pausen. Seit 2002 hat er gerade einmal 3 Studioalben veröffentlicht. Was auch daran liegt, dass ihn der Schaffensprozess auswringt: "Musik machen", hat er mal im Interview mit dem britischen "Guardian" erzählt, "ist ein bisschen wie eine Darmspülung durchführen oder Zahnseide benutzen. Du holst da was aus dir raus und denkst danach, Gottseidank ist das draußen, jetzt fühl‘ ich mich besser." Klingt explosiv - kommt musikalisch aber ganz sanft. Außerdem an der Hörbar: Helene Blum & Harald Haugaard, The Ohohohos, Sarah Lesch, Oum und viele andere mehr. (7.12.23)

Autor: Melanie Aschenbrenner

Quelle: © Hessischer Rundfunk

Bild © Imago Images