Rubén González war mit seinem Klavierspiel der geniale Taktgeber des Buena Vista Social Club. Heute vor 20 Jahren ist er gestorben, im Alter von 84 Jahren. Die lateinamerikanische Musik würde ohne ihn anders klingen. Die Hörbar ehrt mit ihm einen Meister. Als der US-Musiker Ry Cooder den legendären Pianisten Rubén González in Havanna für das "Buena Vista"-Projekt gewinnen kann, hat der seine Karriere eigentlich schon beendet. Rubén besitzt zu dem Zeitpunkt nicht mal mehr ein Klavier; sein eigenes wurde von Termiten zerfressen. Aber kaum haut er in die Tasten, ist die Magie wieder da. Rubén González‘ größte Zeit sind die 1940er und 50er: In ganz Südamerika ist er ein Star, und sein Klavierspiel bildet das Rückgrat der großen kubanischen Orchester. Das Revival des Buena Vista Social Club beschert ihm dann, genau wie seiner alten Clique, zur Jahrtausendwende noch mal ein schönes Comeback. "Wenn ich kein Klavier mit in den Himmel nehmen kann, dann will ich nicht gehen", soll er gesagt haben. Am 8. Dezember 2003 ist es aber doch so weit: der große Rubén González klappt den Klavierdeckel zu. Außerdem an der Hörbar: starke Stimmen von Värttinä und Les Brünettes, kokette Weihnachten mit Eartha Kitt, die Singer/Songwriterin Laura Marling auf den Spuren von Joni Mitchell - und viele andere mehr. (8.12.23)

Autor: Melanie Aschenbrenner

Quelle: © Hessischer Rundfunk

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