Podcast Das Hörspiel vom Hörspiel

Blick in einen Konzert-Aufnahmeraum des Rundfunks in den 20er Jahren

Im Rahmen der Archiv-Schatzsuche stellen Silke Hildebrandt und Leonhard Koppelmann mit Hallo! Hier Welle Erdball! (1928) und Das Hörspiel vom Hörspiel (1931) zwei Stücke des wichtigen Hörspielpioniers Friedrich Bischoff vor und sprechen über die technischen Bedingungen für die ästhetische Entwicklung der Radiokunst damals und heute. Am 29. Oktober 1923 schickte die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) ihre erste Sendung in den Äther. Zu diesem Zeitpunkt gab es gerademal eine Handvoll Menschen, die über die entsprechenden Empfangsgeräte verfügten. Ebenso rasant entwickelten sich Sende- und Empfangstechnik: Schon bald gab es komfortablen Radiogeräte mit integriertem Lausprecher, bereits 1925 sendete man auf einer Übertragungsstrecke von 300 km eine Aufführung von Carmen aus der Berliner Staatsoper. Nur ein knappes Jahr nach der ersten Sendung wird am 24. Oktober 1924 in Frankfurt das Hörspiel aus der Taufe gehoben: Hans Fleschs Zauberei auf dem Sender. Die ersten Hörspiele wurden allesamt nach einer aufwendigen Probezeit live gesendet. 1928 stellte der Rundfunkpionier Friedrich Bischoff dann dem Hörer die erste auf Wachsplatten mitgeschnittene Produktion vor. Die zweite folgenreiche technische Neuerung, war die Möglichkeit der Überblendung. Eine >>eigentümliche<< Verbindung der >>akustischen Dramaturgie mit der Technik der elektrischen Fernvermittlung<< nennt Bischoff diese Erfindung. Die >>Premiere<< von Hallo! Hier Welle Erdball! fand nicht im Radio statt, sondern im kleinen Kreis vor skeptischem Publikum mit Spitzen der Behörden, der Wissenschaft, Kunst und Technik. Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft strebte an, ein Aufzeichnungs- und Wiedergabeverfahren für den Rundfunk zu entwickeln. Trotz kontroverser Diskussion über das Stück, die sich weniger um die Technik als die Ästhetik des Hörspiel drehte, hatte >>Friedrich Bischoff für den jungen Rundfunk eine Schlacht gewonnen.<< - konstatierte der Vorsitzende des Verwaltungsrates der RRG) Hans Bredow tags darauf angesichts des enormen Presseechos. Einen weiteren Eindruck von dem, was Bischoff dann noch bis 1930 dem Hörspiel an Spielformen erarbeitet hatte, vermittelt die Zusammenstellung seines >>Hörspiels vom Hörspiel<< für die Funkausstellung und Phonoschau 1931 in Berlin.

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