Historisches Museum Frankfurt: Kein Leben von der Stange - Bitter Things

"Kein Leben von der Stange" erzählt Geschichten von Arbeit, Migration und Familie, bis zum 5. April ist die Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt zu sehen.

Die Ausstellung wird in der neuen Ausstellungsfläche des Stadtlabors gezeigt. Das Stadtlabor ist ein Projekt des Historischen Museums und existiert seit 2010. Mitarbeiter und Kuratoren des Museum begegnen zu unterschiedlichen Themen Menschen außerhalb des Museums. Durch Workshops, Teilnahme an künstlerischen Projekten, Erzählungen entsteht so ein neues, ein anderes Bild von Frankfurt, das von den Menschen gestaltet wird, die in der Stadt leben. Oral Historie wäre da ein Stickwort, Berichte, Lebenserfahrungen, Perspektiven aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln werden eingesammelt und in Ausstellungsprojekten vorgestellt.

Mit der akutellen Ausstellung werden die Erfahrungen und Erinnerungen von Arbeitsmigrant*innen in den Mittelpunkt gestellt

Die Geschichten, beginnend mit den 1960er Jahren, werden sehr persönlich, teilweise auch sehr emotional erzählt. In allen Installationen kommen reale Menschen zu Wort oder werden reale Orte vorgestellt, die Teil der Geschichte Frankfurts sind. Es werden verschiedene Medien benutzt: Objekte, Fotos, Videos.

Ein Beispiel: die Videoinstallation von Olcay Acet "Generation 1,5"

Eine ganze Gruppe altertümlicher kleiner Fernseher sind auf Sockel gestellt. Auf jedem Bildschirm kommt ein Mensch zu Wort, Männer wie Frauen, die in einem Interview mit der Künstlerin schildern, wie sie ihre Kindheit zwischen zwei Ländern und Kulturen erlebten. Generation 1,5 oder auch "Kofferkinder" ist eine Bezeichnung für die Kinder der ersten Gastarbeitergeneration, die häufig bei Arbeitsantritt ihrer Eltern in Deutschland zunächst zurückgelassen wurden und dann teilweise Jahre später nachgeholt. Die Menschen erlebten eine Entfremdung von ihren Eltern, sie durchlebten Situationen des "Zurückgelassen-werdens", des "Ausgegrenzt seins" und des "Nicht ankommen könnens".

Fazit

Es gibt ein sehr abwechslungsreiches Rahmenprogramm, Design und Nähworkshops unter dem Stichwort "Upcycling", Schreibworkshops zum Thema "Koffer", ein Erzählcafé mit ehemaligen türkischen Gastarbeitern, dazu Lesungen und Podiumsdiskussionen. Das verspricht eine sehr lebendige Ausstellung.

Historisches Museum Frankfurt
bis zum 5. April 2020

Weitere Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 28.11.2019, 7:30 Uhr

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