Werbung für einen Maigret-Film mit Jean Gabin

Es gibt Augenblicke, Gesten, die zielen auf Ewigkeit. In ihnen kristallisiert sich Essentielles. Ihre bevorzugte Bühne ist das Kino. Und zuweilen leben von diesen Stilisierungen ganze Filme. Eine lyrische Hommage an den französischen Kriminalfilm.

Albert Ostermaiers Gedichtzyklus "Polar" ist inspiriert vom "film policier", dem französischen Kriminalfilm vor allem der späten 1950er bis hin zu den 1970er Jahren. So wie der "film policier" aus dem amerikanischen Gangsterfilm der dreißiger und vierziger Jahre hervorging, der seinerseits wiederum ästhetisches Resultat des expressionistischen Stummfilms war, so sind Ostermaiers Gedichte ebenfalls schichtartige Ablagerungen aus wiederholt Gesehenem und Erinnertem: "Die einzige Moral, die uns bleibt, ist die Präzision."

"Polar" ist eine poetische Nachschrift dieser dunklen und illusionslosen Filme, die als innere Befragung die jeweiligen Stimmungen und Atmosphären, Augenblicke und Gesten festzuhalten und zu verlängern sucht. Es geht um nasse Straßen in der Nacht, um endloses Warten im Regen, das Rauchen einer Zigarette, es geht um Freundschaft und Verrat, vor allem aber geht es um die Liebe.

"Das Hörspiel fesselt vom ersten Takt an. Wer das vitale Zusammenspiel von Leben, Dichtung und Musik hautnah erleben will, darf Polar nicht verpassen." schrieb Gaby Hartel im Schweizer "radiomagazin". In der Süddeutschen Zeitung hieß es: "Dem Genre des 'film policier' hat Albert Ostermaier mit 'Polar' ein Denkmal gesetzt."

Mit Peter Matic, Wolfgang Michael, Nina Kunzendorf und Wolfram Koch.

Musik: Hans Platzgumer
Regie: Ulrich Lampen
hr 2007 | 59 Min.

Sendung: hr2-kultur, "Hörspiel", 25.05.2022, 21:00 Uhr