Kopfhörer liegen auf einem Handy

Ein Pferdehof, eine Handvoll Häuser, der Turm des ehemaligen Wasserschlosses Nauses und rundherum Wald und Wiesen. Gerhard Lang lebt definitiv idyllisch, aber auch abgeschieden. Deshalb trifft ihn die Kontaktsperre und Distanzpflicht nicht wirklich, versichert er.

Aber so ganz stimmt das nicht, denn natürlich hat er über Telefon und Internet schon auch Kontakt zur Außenwelt. Und vor Corona haben die Vorbereitungen zu Ausstellungen, Absprachen zu Texten oder Reiseplanung manchmal schon ganz schön Druck erzeugt. "In New York, da sind sie von Ausstellungen getrieben und das hat ja alles nicht stattgefunden, das heißt, die Ruhe die dort eingekehrt ist ungewollter Weise dann auch zu mir rübergekommen."

Für seine Arbeit war das gut. Denn im Moment muss er nirgends hinreisen. Nicht mal zu den Ausstellungen, in denen seine Werke im Moment gezeigt werden. Bis September hat Gerhard Lang also erstmal frei.

"Für mich hat die Kunst immer schon die Aufgabe gehabt, dass wir diese Welt nicht nur im Sinne des Verständlichen betrachten, sondern, dass wir auch die andere Seite dieser Welt wahrnehmen. Das, was eben nicht verständlich ist, Dinge, die wir nicht nachvollziehen können, die uns irritieren, die und fremd sind, unangenehm. Und das ist jetzt noch wichtiger als vor Corona."

Der internationale Lockdown ist zwar gut für seine künstlerische Arbeit, aber nicht unbedingt für seinen Geldbeutel. Denn immer noch sind viele Galerien geschlossen, seine Kunst kann also von potentiellen Käufern kaum gesehen werden. Auch eine andere Einnahmequelle ist weggebrochen: Weil die Kunsthochschulen in Mainz, Kassel, Wien oder Edinburgh geschlossen sind, kann er auch nicht unterrichten.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 14.5.2020, 06:45 Uhr

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