Oper Frankfurt: Tristan und Isolde

Tristan und Isolde gilt als einer der Höhepunkte im Schaffen von Richard Wagner und als gewaltiger Schritt in die musikalische Moderne. 5 Stunden können durchaus kurzweilig sein.

Ein puristisches Bühnenbild

Das Bühnenbild hat Johannes Leiacker gefertigt und er ist bekannt für seinen eher puristischen Stil und Minimalismus. In diesem Fall ist alles in Schwarzweiß gehalten. Beim Bühnenbild geht es um die Innenräume zweier Liebender, auf die man guckt. Innen und Außen ist auf eine tolle Art und Weise verquickt. Das macht das Bühnenbild fast magisch.

Ein lautes Orchester

Sebastian Weigle stand am Pult des Dirigenten. Hier hat er das Orchester ein bisschen zu schroff, ein bisschen zu aggressiv, ein bisschen zu laut durch die ganze Geschichte gejagt. Tristan und Isolde ist eine Liebesgeschichte, da kommt es auch auf eine Textur von Stimmen an - also auch Orchesterstimmen. Das ist ein Gewebe, das sich quasi wie so ein Algenteppich über das Meer bewegen muss und hier war es doch sehr forciert, etwas roh, etwas rau. Das dynamische Konzept war eher so, dass man bei laut anfing und immer lauter wurde. Das war nicht ganz so überzeugend.

Große Leistung von Claudia Mahnke als Brangäne

Die gesangliche Leistung war auch sehr heterogen. Auf der einen Seite tolle Solisten wie Claudia Mahnke. Sie singt über 5 Stunden klangschön mit einer großen Stimme, ohne Kraft, man kann jedes Wort verstehen. Sie bewegt sich traumwandlerisch auf der Bühne. Auch Christoph Pohl als Kurwenal und Andreas Bauer Kanabas als König Marke - die Highlights dieser Inszenierung.

Fazit

Das Lyrische, sich der Musik hingeben, Stimmen aus dem Raum kommen lassen - das hat dieser ganzen Inszenierung gefehlt. Die ging nach vorne, die ging absolut direkt ins Gesicht. Und die Frage ist, ob das so eine gute Wahl war.

Richard Wagner: Tristan und Isolde
Opernhaus Frankfurt
bis zum 02.07.2020

Sendung: hr2-Kulturfrühstück, 20.01.2020, 7.30 Uhr

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