Heinrich Mann

Die Geschichte beginnt im Frühling 1893. Andreas Zumsee, ein mittelloser Schriftsteller aus dem Rheinland, ist erst 13 Monate in Berlin, als sich ihm die Chance zu einem außergewöhnlichen gesellschaftlichen Aufstieg bietet: Er wird in das Haus des einflussreichen Bankiers und Generalkonsuls Türkheimer eingeführt, wo er sich bald der besonderen Gunst von dessen Gattin Adelheid erfreut.

Mit Leidenschaft und Kalkül erobert er die Dame des Hauses, verfasst auf ihre Anregung das Drama "Eine Verkannte" und sieht seinen Ruhm bereits ins Riesenhafte anschwellen. Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so: Der Provinzschriftsteller überspannt den Bogen und wird also aus dem Schlaraffenland vertrieben.

Der Roman um Aufstieg und Fall des hoffnungsvollen Literaten zählt zu Heinrich Manns frühen Meisterwerken. Er entstand um 1900 und spiegelt wohl auch eigene Erfahrungen wider. Der Schriftsteller volontierte 1890-92 im S. Fischer Verlag in Berlin. Zugleich hörte er Vorlesungen an der Friedrich-Wilhelms-Universität und studierte insbesondere die bürgerlich-kritischen Satiren der Franzosen: Balzac, Anatole France und Maupassant. Sie geben das Muster für "Schlaraffenland" vor: Das Eindringen eines Außenseiters und Emporkömmlings in die Welt des Reichtums und der Macht.

hr2-kultur präsentiert eine gekürzte Klassikerlesung aus dem Jahr 1970. Die Regie führte Renate Thormelen, die Sprecher waren Norbert Christian, Inge Keller, Renate Richter und Hans Oldenbürger. Der Audio Verlag hat die hochkarätige Lesung aus dem Deutschen Rundfunkarchiv pünktlich zum runden Geburtstag des bedeutenden Schriftstellers veröffentlicht: Heinrich Mann wäre am 27. März 150 Jahre alt geworden.

Buch:
Heinrich Mann: Im Schlaraffenland
Taschenbuch: 480 Seiten
Fischer Verlag, 1988
20,- Euro

Hörbuch:
1 MP3-CD: 2h, 35min
Der Audio Verlag, 2021 10,- Euro

Sendung: hr2-kultur, "Lesung", 09.04.2021, 9:05 - 9:30 Uhr.

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