Ann Petry

Ann Petry ist „die Schriftstellerin, auf die wir gewartet haben“. Das schrieb jedenfalls die New York Times kürzlich. Dabei ist die Autorin eine echte Wiederentdeckung: Ihr Roman „The Street“ erschien 1946 und verkaufte sich damals weltweit über 1,5 Millionen Mal. Jetzt erscheint der Roman in neuer Übersetzung auf Deutsch – für hr2-kultur gelesen von Bettina Hoppe.

„The Street“ erzählt die aufwühlende Geschichte einer jungen schwarzen Frau im Harlem der 1940er Jahre. Lutie Johnson zieht mit ihrem Sohn in eine schäbige Mietwohnung: mit einem Bordell im Erdgeschoss, einem übergriffigen Hausmeister und flüchtigen Schatten, die die dunklen Flure bevölkern. Lutie Johnson ist entschlossen, den Sprung in ein besseres Leben zu schaffen. Unerschütterlich kämpft sie für ihre eigene Würde und darum, ihren Sohn Bubb inmitten von Armut, Gewalt und rassistischer Verachtung zu einem anständigen Menschen zu erziehen. Doch die Niedertracht der Straße stellt sich ihr mit aller Macht in den Weg.

Ann Petry (1908–1997) ist eine mitreißende Erzählerin, ihr Roman hat bis heute nichts von seiner politischen Brisanz und Dringlichkeit verloren. Die Autorin wurde in Connecticut geboren, wo sie als Tochter eines Apothekers behütet aufwuchs. Nach ihrem Universitätsabschluss arbeitete sie selbst als Apothekerin. 1938 heiratete sie und zog nach New York, wo sie mit Armut und Gewalt an der schwarzen Bevölkerung und deren Ausbeutung im Zuge der Großen Depression konfrontiert wurde. Sie wurde Journalistin und veröffentlichte Geschichten in verschiedenen Zeitschriften. Ihr erster Roman erschien 1946 unter dem Titel „The Street“ und wurde ein Sensationserfolg – kein anderer Roman einer schwarzen Amerikanerin hatte sich bisher so oft verkauft. 1948 kehrte Ann Petry nach Connecticut zurück, wo sie eine Familie gründete, mit Jugendlichen arbeitete und weiter Bücher schrieb.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 14.02.2020, 09:30 Uhr
und Wiederholung um 15:00 Uhr

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