Miles Okazaki

Miles Okazaki Solo Performance: "Work" (Music by Thelonious Monk), Jazzfest Berlin 2019, Jazz-Club A-Trane, Berlin November 2019

Am Mikrofon: Jürgen Schwab

Thelonious Monk gehört zu den wenigen Altvorderen des Jazz, deren Faszination scheinbar durch keinerlei Abnutzungserscheinungen gefährdet ist. Es gibt bekanntlich viele Wege, auf denen man sich der Hinterlassenschaft des Jazz-Giganten Monk annnähern kann. Meist finden dabei ausgeklügelte Übersetzungs- und Transformations-prozesse statt. Okazaki spielt Monk fast im Original, dessen melodische und harmonische Identität bleiben gewahrt: Mit einer Band? Mit einem Orchester? Vielleicht am Klavier? – Nein, auf der Gitarre!

Unter dem simplen Titel “”Work” hat Okazaki die schöne schräge Schrulligkeit von Monk auf sechs Saiten gelegt. Geht nicht? – Geht aber doch! Und wie! – “Work” ist gleichzeitig auch eine 6-CD-Box, auf der Okazaki sämtliche Kompositionen von Thelonious Monk auf der akustischen Gitarre eingespielt hat. Auf dem Jazzfest Berlin hat Okazaki natürlich nicht die rund 70 Monk-Kompositionen aus der CD-Box gespielt, aber man konnte sich ein Bild machen von dem, was auch live in diesem Eigenbrötler steckt, den man bis dahin hauptsächlich aus dem Umfeld des Saxophonisten Steve Coleman kannte.

Es versteht sich von selbst, dass solch ein extravaganter Fall von Gitarrenkunst am besten aufgehoben ist bei einem Journalisten, der selbst auch professioneller Gitarrist ist.

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