Raus in die Natur: Sibel Öztürk

An einem Ort in der Nähe von Offenbach sieht der Main fast aus wie das Meer. Die zwei Künstlerinnen Anny und Sibel Öztürk nehmen uns dorthin mit. Und zu diesem Ort kommt man am besten mit dem Fahrrad, wenn man aus Richtung Frankfurt oder Hanau den Main entlang radelt. Rechts Kornfelder mit blühenden Mohnblumen, auf der linken Seite hohe Bäume und Gebüsche, dahinter erkennt man ein bisschen den Main. Und hinter so einem Gebüsch taucht plötzlich ein Sandstrand auf.

Für die Künstlerinnen Sibel und ihre Schwester Anny ist das ihr persönlicher Lieblingsort in der Natur. Wir sind an der Mündung der Rodau in den Main. Die Rodau ist ein kleiner Bach, und fließt von Süden. Durch die Luft flattern Zitronenfalter und andere Schmetterlinge und im Wasser paddeln Enten. Hier um die Ecke, in Mühlheim, wohnen Anny und Sibel Öztürk und arbeiten als Künstlerinnen.

"Als wir das erste Mal hier waren, hatte ich ein Foto gemacht und bei Facebook und Instagram hochgeladen. Unsere Freunde haben gedacht, das ist in der Südsee, die dachten, wir sind am Meer oder so. Und als ich gesagt hab, das ist in Mühlheim am Main, haben die gedacht, ich hätte das total bearbeitet, das Bild. Aber Sie sehen ja selbst: Es ist wirklich schön, oder?"

Die Liebe zum Wasser gehört bei Anny und Sibel Öztürk zur Familie: Ihr Großvater war Kapitän in der Türkei, hat den ganzen Tag auf dem Wasser verbracht. Und als Anny und Sibel noch klein waren, waren sie den ganzen Tag im Meer, am Bosporus. Sie erinnern sich gern an ihren Vater: Wenn er ans Meer kam, leuchteten seine blaue Augen hellblau - "unsere Augen sind braun, aber wenn wir am Meer sind, hab ich das Gefühl, dass unsere Augen auch blau werden!" Dass Anny und Sibel Öztürk hier mitten in der Natur leben, hat viel mit ihrer Kindheit zu tun. Die ersten Jahre haben sie in Südhessen verbracht, in Eberbach am Neckar, ganz idyllisch zwischen Wäldern und Hügeln. Die Eltern waren aus der Türkei nach Deutschland ausgewandert. Aber dann musste die Familie wieder umziehen, weil der Vater einen neuen Job hatte: Als Grafiker bei einer türkischsprachigen Zeitung in Neu-Isenburg.

Sie haben beide an der Städelschule in Frankfurt Kunst studiert. Bei Anny war das früh klar, sie hat schon als Kind viel gezeichnet und gemalt. Sibel hat ihre große Schwester oft im Atelier besucht und sich dann auch für die Kunst entschieden. Heute leben Sibel und Anny Öztürk mit ihren Eltern und ihren eigenen Familien zusammen in einem großen Haus in Mühlheim. Da entstehen oft auch die Ideen für ihre Kunst.

"Unsere Inspiration kommt ein bisschen aus der Erinnerung heraus, was so skizzenhaft in Erinnerung bleibt. Da spielt Licht eine große Rolle. Wenn das Sonnenlicht auf dem Wasser tanzt, diese Effekte haben großen Einfluss auf unsere Arbeit."

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