Pianistin Angelika Nebel

Die Pianistin Angelika Nebel spielte Bach und mehr - und sie hat einen kreativen Weg gefunden, wie sie zu ihrem Publikum und ihr Publikum zu ihr kommen kann: Sie gibt Studiokonzerte im Frankfurter Westend im ganz kleinen Rahmen, mit nur einer Handvoll Menschen.

Weil in Coronazeiten nur maximal sechs Personen zuhören dürfen, wählt Angelika Nebel für jedes Konzert die Zuhörer persönlich aus, man kann sich bewerben. Seit elf Wochen spielt sie auf diese Weise jeden Samstag, will immer weitermachen, hat immer wieder neue Ideen - wir können also noch mit jeder Menge Konzerten rechnen!

Hauskonzert im Frankfurter Westend

Die Konzerte beginnen um 18:30 Uhr im Haus, in dem Angelika Nebel wohnt, an ihrem Steinway-Flügel spielt sie eine knappe Stunde, erklärt die Stücke, erzählt, warum sie diese Auswahl getroffen hat. Sie überlegt sich für jedes Konzert neue Programme, spielt Stücke, die sich gut aneinanderfügen, etwa eine eigene Bearbeitung mit Variationen über ein Lied von Johann Sebastian Bach. Die Professorin gilt als Expertin für Transkriptionen und Bearbeitungen der Bachschen Musik.

...kombiniere!

Sie erzählt, dass sie einen anderen Weg als die meisten Pianisten gehen wollte, die Bach im Original spielen. Also kombiniert sie, etwa eine f-moll- Sonate von Domenico Scarlatti mit welchen von Joseph Haydn. Da haben Tonart und Charakter der Stücke gut zusammengepasst. Und nach Barock und Klassik spielte uns Angelika Nebel diesmal einen ihrer weiteren Lieblingskomponisten, Robert Schumann. Seinen Zyklus "Waldszenen" hört man nicht ganz so oft in Konzerten wie andere Klavierwerke -                 wunderbare poetische Stücke! Und als Zugabe haben wir sechs Zuhörer uns noch eine weitere Bachbearbeitung erklatscht.

Wie wirkt das in dieser kleinen Runde?

Um mal die anderen Zuhörer und Zuhörerinnen zu zitieren: "Diese Konzerte sind ein Geschenk", "Wir alle sind hungrig nach Musik." In der Tat schafft solch ein intimer Rahmen eine Nähe zur Musik, zum Klang, zur Interpretin und  - auch wenn man sich nicht kennt - zu den anderen Zuhörern, dass man sich wirklich verbunden fühlt. Meine Befürchtung, dass ein Flügel in einem Privatraum vielleicht zu aufdringlich und laut sein könnte, hat sich nicht bewahrheitet: Angelika Nebel spielt mit geschlossenem Deckel, sehr lyrisch - und bringt den Flügel zum Singen.

Hier können Sie sich bei Angelika Nebel (zum Konzert an)melden.

Sendung: hr2-kultur, 24.8.2020, 7:30 Uhr

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