Minka Pradelski

Es war ein Psychoanalytiker, selbst ein Überlebender, der Minka Pradelski darauf aufmerksam machte, dass die Geschichte ihrer Eltern auch ihr eigenes Leben bestimmt. Diese Erkenntnis änderte alles. „Dann habe ich zu mir gefunden“, sagt Minka Pradelski. Für Steven Spielbergs „Shoah Foundation“ führte die studierte Soziologin Interviews mit Holocaust-Überlebenden durch. Ein Mann bat sie, seine Stadt nicht zu vergessen. Die Erzählungen über die polnische Stadt Bendzin begeisterten sie so sehr, dass selbst anfing, zu erzählen - und zu einer Schriftstellerin wurde.

Minka Pradelski ist Soziologin, Filmemacherin und Schriftstellerin. Sie wurde 1947 als Tochter polnischer Holocaust-Überlebender im Frankfurter DP-Camp Zeilsheim geboren. 1952 wanderte die Familie nach Nordamerika aus, kehrte jedoch wenige Jahre später nach Frankfurt zurück. Minka Pradelski studierte Soziologie an der Goethe-Universität. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sigmund-Freud-Instituts im Projekt „Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit“ und ehrenamtlich unter anderem für die Zentralwohlfartsstelle der Juden in Deutschland, für die jüdische Gemeinde Frankfurt und Steven Spielbergs Shoa Foundation. Ihre Romane „Und da kam Frau Kugelmann“ und „Es wird wieder Tag“ sind bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen. 2021 wurde Minka Pradelski die Wilhelm Leuschner-Medaille zuerkannt.

Karoline Sinur sprach mit der Autorin aus Frankfurt.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
Wir porträtieren jüdische Schriftstellerinnen mit Wurzeln in Hessen.

Sendung in hr2-kultur am 28.07.2021 um 15:05 Uhr.