hr2-Kulturgespräch

Im kommenden Jahr richten sich die Augen der internationalen Kunstszene wieder auf Kassel. Die "documenta fifteen", die 15. Weltkunstausstellung seit 1955, beginnt am 18. Juni 2022. Die 100 Tage Kunstausstellung in Kassel werden vom Künstlerkollektiv "ruangrupa" aus Indonesien kuratiert. Die politischen und gesellschaftlichen Fragen werden auch diesmal eine große Rolle spielen. Das war auch schon 1955 so, als der Künstler Arnold Bode die erste "documenta" in Kassel initiierte. Als Sozialdemokrat war er 1933 aus Beruf und Ämtern gedrängt worden, als Maler galt er den Nazis als "entartet". Die documenta sollte die Lücken in der Kunstgeschichte wieder schließen, die der nationalsozialistische Furor gegen die Künstler der Moderne gerissen hatte. Gerade hat das Deutsche Historische Museum der documenta eine Ausstellung gewidmet und die Bedeutung der Weltkunstschau für Nachkriegs- und Aufbaujahre der Bundesrepublik erforscht. Und auch aufgedeckt, wie verstrickt noch einige der Gründer der documenta, zum Beispiel der Kurator Werner Haftmann, mit dem Naziregime waren. Was nicht für den spiritus rector und Leiter der ersten vier Kasseler Kunstschauen Arnold Bode gilt. Sein privates Leben und seine Arbeit als Maler, Dozent und Raumkünstler sind heutzutage weniger bekannt. Sylvia Stöbe hat nun die erste Biografie des Künstlers und Visionärs Arnold Bode vorgelegt. Die Kasseler Architektin, Privatdozentin an der Uni Kassel und Organisatorin des Architektursalon-Kassel, ist zu Gast bei hr2-kultur am Nachmittag.

Sendung: hr2-kultur, "Am Nachmittag", 22.12.2021, 17:15 Uhr