Barbara Honigmann

Ihre Familiengeschichte hat sie geprägt und ist immer wieder Quell ihrer literarischen Produktion. Die Schriftstellerin Barbara Honigmann wurde 1949 in Ostberlin geboren, als Tochter jüdischer Eltern, die die Zeit des Nationalsozialismus als Emigranten im britischen Exil überlebten und nach Berlin zurückkehrten, um den Aufbau eins neuen Deutschlands zu unterstützen. Sie studierte Theaterwissenschaften, arbeitet als Dramaturgin und Regisseurin, später als freie Schriftstellerin. Mit der Geburt ihres ersten Kindes beschäftigt sie zunehmend mit ihren jüdischen Wurzeln. 1984 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. In ihrem neusten Buch "Unverschämt jüdisch" geht es um das Aufwachsen in der DDR und der Flucht aus dem SED Staat, um die Auseinandersetzung mit dem eigenen jüdischen Glauben, um die antisemitischen Stasi-Protokolle über ihren Vater ebenso wie um Anpassung und die Fallstricke einer angeblichen deutsch-jüdischen Symbiose. Das Buch „Unverschämt jüdisch“ ist übrigens eine Sammlung all der Dankesreden, die die mit zahlreichen Preisen bedachte Schriftstellerin gehalten hat. Und bei denen sie immer wieder auf ihre deutsch jüdische Biografie zurückkommt.

Sendung: hr2-kultur, "Am Nachmittag", 23.11.2021, 17:10 Uhr