Gottfried Böhm: Wallfahrtsdom von Neviges

Gottfried Böhm ist gebürtiger Offenbacher und der erste deutsche Architekt, der den Pritzkerpreis bekommen hat - sozusagen den Nobelpreis für Architektur. Sein Hauptwerk ist die Wallfahrtskirche in Neviges, aber auch in Frankfurt steht eine von ihm entworfene Kirche.

Gottfried Böhm

Bekannt wurde Böhm mit seinen außergewöhnlichen Kirchenbauten aus Beton, Stahl und Glas. Geboren wird er am 23. Januar 1920 in Offenbach, als drittes Kind des Architekten Dominikus Böhm. Ursprünglich will Gottfried Böhm Bildhauer werden, doch der Vater erkennt sein Talent und lässt ihn Architektur studieren. Bereits mit 27 Jahren plant er seinen ersten Sakralbau St. Kolumba in Köln und entwirft im Laufe seines Lebens fast 70 Kirchen.

Beton-Dom von Neviges

Ein riesiges zerklüftetes Betongebirge, dramatisch zwischen die schiefergedeckten Häuser gesetzt, ist die Wallfahrtskirche in Neviges. Wie eine überdimensionale Skulptur, gebaut im betonbrutalistischen Stil der 60er Jahre. "Einzigartig und kaum einzuordnen - doch seltsamerweise gar nicht so bekannt", sagt Oliver Elser, Kurator am Deutschen Architekturmuseum.

Zitat
„Kardinal Frings hat sich die Pläne zeigen lassen, damals war es schon etwas erblindet, und er hat dann die Modelle so abgetastet. (...) Und ihm hat dann meine Sache sehr gut gefallen und hat darum gebeten noch einen zweiten Wettbewerb machen zu lassen, mit einigen Anregungen oder Vorgaben. Und den hab ich dann gewonnen.“ Zitat von Gottfried Böhm
Zitat Ende

In Neviges - 10 Kilometer nördlich von Wuppertal gelegen - wird seit dem 17. Jahrhundert ein kleines Marienbild verehrt. Anfang der 60er Jahre wurde ein größerer Pilgerdom geplant. Beim Wettbewerb hatte der damals schon bekannte Kirchenbaumeisters Gottfried Böhm aber erst mal keinen Erfolg.

Gottfried Böhm gewann den 2. Wettbewerb, auch für seinen städtebaulichen Entwurf. Er setzte den Kirchenbau zurück und plante den so entstehenden Vorplatz als ansteigenden Pilgerweg.

Innen einzigartig

Wallfahrtskirche "Maria, Königin des Friedens" - Neviges

Die riesigen Fenster wirken fast wie PopArt und das berühmte Rosenfenster von Gottfried Böhm zeigt sich auf den nackten Betonwände in eindrucksvollen Rottönen. Ein riesiger Kirchenraum mit Kapellen und Apsiden, in dem kubische Galerien und Emporen nach oben zum gefalteten Dach streben.

Böhm in Frankfurt

Gottfried Böhm: Ignatiuskirche Frankfurt

Die Ignatiuskirche im Gärtnerweg wurde 1964 geweiht. Die Kirche ist ebenfalls aus Beton errichtet. Durch den Gang durch die Taufkapelle erreicht man den eigentlichen Kirchenraum, der im 1. Stock liegt. Ein großes dreieckiges Fenster über dem Altar, das den brennenden Dornbusch zeigt, ist der Blickfang des Raumes, der von einen Rosenband - gleich einem Rosenkranz - umfasst wird.

Weitere Informationen

Böhm 100 - Der Beton-Dom von Neviges

Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
Bis 26. April
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Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 23.01.2020, 10:45 Uhr

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