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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "39 Stufen" am Staatstheater Darmstadt: Lustvolles Spiel mit Illusion und Desillusion

Die 39 Stufen am Staatstheater Darmstadt

Antje Thoms bringt die Kriminalkomödie "39 Stufen" von John Buchan und Alfred Hitchcock im Staatstheater Darmstadt auf die Bühne. Dabei steht die Komödie im Vordergrund. Was sagt unsere hr2-Kritikerin Birgit Spielmann dazu?

Im Zentrum steht Richard Hannay, der sich die Zeit mit einem Varieté-Besuch vertreibt. Doch dann fällt bei der Vorstellung ein Schuss. Alle verlassen fluchtartig das Theater wegen dieses Schusses. Und an Hannays Fersen heftet sich eine Frau, die behauptet eine Agentin zu sein und verfolgt zu werden.

Er glaubt ihr erst nicht, aber als sie in Hannays Wohnung angekommen, ihn dann doch mal bittet, vorsichtig aus dem Fenster zu schauen, sieht er zwei verdächtige Männer unten an der Straßenlaterne stehen. Mitten in der Nacht wird er dann plötzlich wach. Die Frau kommt in sein Zimmer, hat ein Messer im Rücken und ist tot.

Zwei Schauspieler in 50 Rollen

Und dann beginnen zwei Geschichten: Hannay versucht den für die Deutschen arbeitenden Spionagering aufzudecken, von dem ihm die Agentin erzählte – das sind eben die 39 Stufen. Und andererseits ist er, weil er ja des Mordes verdächtigt wird an dieser Frau, auf der Flucht.

In Darmstadt wird das nach einer Vorlage umgesetzt, die sehr erfolgreich war. Das ganze Stück wird nämlich mit nur vier Schauspielern gespielt. Von denen zwei fast sämtliche Rollen übernehmen und das sind ungefähr 50. Während Hannay, gespielt von Béla Milan Uhrlau, immer Hannay bleibt, haben Stefan Schuster und Robert Lang vor allem eine wirklich große Pallette an Rollen zu spielen: Agent, Penner, Milchmann, Vertreter für Unterwäsche, Polizist, uralte Großmutter, Professor, Kommissar, Generalmajor, Bauer, ein Gedächtniskünstler und so weiter.

Fazit

Das funktioniert so gut, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte, und das mit ganz einfachen Mitteln. Das hat Witz und das hat Tempo. Der Thrill tritt hinter der Komödie zurück, dafür ist das Publikum manchmal Teil des Stückes.

Mir war die Kriminalkomödie mit ihren über zwei Stunden, mit der Pause eingeschlossen, deutlich zu lang, weil die einzelnen, teilweise wirklich großartigen Szenen sich überlagert haben und das bekam so etwas Additives. Und das ist beim Film etwas ganz anderes, dort ist es organischer. Dieses Stück erzählt vor allem von den Möglichkeiten des Theaters, vom Spiel mit Illusion und Desillusion, das hier auch wirklich lustvoll offengelegt wird.

Weitere Informationen

"39 Stufen"

Staatstheater Darmstadt, Georg-Büchner-Platz 1
Mehr Informationen unter staatstheater-darmstadt.de

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 4.2.20, 7:30 Uhr

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