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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Annette Pehnt wird mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet

Annette Pehnt

Die Schriftstellerin Annette Pehnt wird mit dem Rheingau Literatur Preis 2020 ausgezeichnet, der mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau Riesling dotiert ist. Mit hr2-kultur spricht sie über die Arbeit an ihrem neuen Buch und über Corona.

Wie groß ist Ihre Freude an dem Preis?

Riesig. Ich glaube, das liegt auch an den Zeiten, in denen ich jetzt davon erfahren habe. Ich freue mich immer über Preise. Aber dieser ist etwas besonderes nach der langen Zeit des Stillhaltens. Das Buch, für das ich diesen Preis bekomme, ist auch in diese Corona-Zeit gefallen. Und das bringt einen schon ins Zweifeln. Ich war sehr unglücklich mit dem Gefühl, lange Zeit geschrieben zu haben ohne Publikum. Und das ist jetzt doch ein anderes Gefühl mit diesem Preis. Das ist einfach eine riesige Ermutigung und das freut mich total.

Man geht davon aus, dass solche Corona-Zeiten ideal für Schriftsteller sind. Die sitzen ja eh im Stüblein und schreiben vor sich hin. Ist das nicht so?

Ich glaube, es kommt auf die Arbeitsphase an. Wenn ich jetzt gerade in der Phase wäre, in der ich einen neuen Text angefangen hätte und ich mittendrin wäre, dann hätte mich das nicht so sehr getroffen. Aber es ist gerade die Phase, in der ich auf Lesereise gewesen wäre und viele Veranstaltungen gehabt hätte und eben ein neues Buch in die Welt gebracht hätte.

Und wenn das dann sozusagen so ganz ohne Resonanz passieren muss, dann ist das wirklich schwierig. Und dann kann ich auch nicht, als Ersatzhandlung, mich zehn Stunden am Tag hinter den Schreibtisch klemmen. Das war sehr schwierig. Aber das geht natürlich vielen anderen genauso.

In Ihrem Buch schreiben Sie über ein abstrahiertes und literarisch überhöhtes China. Warum befinden sich die Leser*innen in Kirthan und nicht in China?

Das war eine wichtige Entscheidung für mich, ob es China oder Kirthan sein soll. Ich habe mich entschieden in die Fiktion zu gehen. Einfach, um mir selber Spielraum einzuräumen für die Fantasie. Ich wollte auf jeden Fall über das Reisen in einem autoritären Land schreiben, in dem alles vorgegeben und zensiert ist. Aber ich wollte auch das Ganze auf meine Weise ausgestalten und wollte nicht an Tagesaktualität gebunden sein. Und diesen Spielraum habe ich mir praktisch selber geschaffen, in dem ich diesen fiktiven Namen geschaffen habe. Aber die Verweise sind gleichzeitig da, so dass man beide Lesarten angeboten bekommt.

Weitere Informationen

Annette Pehnt, geboren 1967 in Köln, studierte und arbeitete in Irland, Schottland, Australien und den USA. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Freiburg und Hildesheim, wo sie das Institut für Literarisches Schreiben & Literaturwissenschaft leitet. 2001 veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Ich muß los". 2002 erhielt sie in Klagenfurt den Preis der Jury für einen Auszug aus dem Roman "Insel 34", 2008 den Thaddäus-Troll-Preis sowie die Poetikdozentur der Fachhochschule Wiesbaden und 2009 den Italo Svevo-Preis. Darüber hinaus schrieb sie mehrere Kinderbücher, unter anderen "Der Bärbeiß".

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Die Fragen stellte Ria Raphael.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 21.6.2020, 11 Uhr

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