Logo des deutschen Verlagspreises 2020

334 kleine Verlage haben sich beworben, 66 sind Preisträger – und vier stammen aus Hessen. Der Deutsche Verlagspreis geht in diesem Jahr unter anderem an Brandes und Apsel aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim, den Westend-Verlag und an Schöffling & Co.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wir haben die maßgebliche Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychotherapie."

Verlagsprogramm Brandes & Apsel
Ende des Audiobeitrags

Von außen erkennt man nicht unbedingt, dass sich in den in den Räumen des Eckhauses in der Frankfurter Scheidswaldstraße einer der bedeutendsten Verlage für Kinder- und Jugendpsychotherapie befindet. Wer die Geschäftsräume betritt, dem fallen allerdings die Bücherstapel sofort auf. Mittendrin im lässigen Pullunder und Jeans: Verleger Roland Apsel. Der erklärt, wie der Verlag mit seinen drei bis vier Mitarbeitern sich in der Welt der Bücher behauptet.

Wie alles anfing

Mitte der 1980er Jahre lernten sich Volker Apsel und sein vor kurzem verstorbener Mitverleger Volkhard Brandes beim Extra-Buch-Verlag in Frankfurt kennen, für den beide schrieben. 1986, als es mit dem Extra-Buch-Verlag zu Ende ging, gründeten die beiden kurzerhand ihren Verlag. Inzwischen gibt der Verlag drei Fachzeitschriften unter anderem für die Kinder- und Jugendtherapie heraus und hat dadurch einen festen Abonnentenstamm.

Zitat
„Neben der Kinder- und Jugendtherapie war wichtig, dass wir nicht nur einen Themen-Schwerpunkt haben. Ein weiterer neben der Psychoanalyse ist Afrika - der Völkermord von Namibia etwa ist noch lange nicht aufgearbeitet.“ Zitat von Roland Apsel
Zitat Ende

Auch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist ein Schwerpunkt, der den Verlag auszeichnet - so hat er beispielsweise Bücher über die Stolpersteine in Frankfurt und Umgebung herausgegeben. Und auch das Thema Gesellschaft und Klimawandel hat sich Brandes und Apsel auf die Fahnen geschrieben. Ganz klar: Die Bücher, die Roland Apsel und seine Kollegen herausgeben, regen zum Nachdenken an. Umso mehr freut er sich, dass ihre Arbeit nun mit dem Deutschen Verlagspreis und 20.000 Euro Preisgeld gewürdigt werden. Damit wolle er die Homepage aufbessern.

Eine Autorin, die regelmäßig beim Verlag Brandes und Apsel erscheint, ist die Frankfurter Kinder- und Psychotherapeutin Claudia Burkhard-Musmann. Sie freut sich sehr, dass Ihr Verlag mit dem Deutschen Verlagspreis 2020 ausgezeichnet wird.

Zitat
„Brandes und Apsel decken ein spezielles Gebiet ab, das andere Verlage wie Klett nicht abdecken. Das hat mich stolz gemacht.“ Zitat von Psychotherapeutin Claudia Burkhard-Musmann
Zitat Ende

Durch die Corona-Krise sei der Brandes- und Apsel-Verlag halbwegs gut durchgekommen, sagt Apsel. Mitte März habe der Verlag eine Umsatzdelle registriert, weil weniger Bücher verkauft worden sind. Das sei gerade auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Internetriese Amazon weniger Bücher verkauft habe. Denn zu Normalzeiten sei Amazon ein sehr wichtiger Kunde und Psychoanalytiker etwa könnten tagsüber nicht in Buchhandlungen gehen, wenn sie Patienten behandelten.

Und so plant Roland Apsel schon jetzt kommende Verlagsprogramme - und freut sich vor allem über ein Werk von Kurt Eissler. Der hatte eine psychoanalytische Studie erstellt, über die US-Armee als Institution im Zweiten Weltkrieg. Dieses Thema habe kein Verlag bearbeiten wollen, ihn hat es gereizt und so erscheint das Buch demnächst beim Verlag Brandes und Apsel.

Weitere Informationen

Deutscher Verlagspreis

Der Deutsche Verlagspreis wird seit 2019 verliehen und ist mit insgesamt über einer Million Euro dotiert. Er soll die "wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit kleiner, unabhängiger Verlage in Deutschland" stärken. Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine unabhängige Fachjury unter Vorsitz der Germanistin und Literaturkritikerin Dr. Insa Wilke.
Hier geht es zur Liste der Preisträger des Jahres 2020

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-Kulturcafè, 25.5.2020, 16:30 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit